Vertrag - oldschool.
Vertrag - oldschool.Quelle: Alexander Klaus  / www.pixelio.de / PIXELIO
Märkte & Vertrieb

Smart Contracts & Co. Welche Erkenntnisse der digitale Vertrieb mit sich bringt

Von Matthias StauchTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit dem Einzug der Digitalisierung in unterschiedliche Branchen lassen sich Angebote für Leistungen oder Produkte individualisieren sowie qualitativ hochwertiger und sicherer bereitstellen. Für Unternehmen bedeutet dies außerdem, neue Wachstumspotenziale ausschöpfen zu können, Kosten zu reduzieren, Effizienz zu steigern und Kunden an sich zu binden. Ein Gastbeitrag von Matthias Stauch, Vorstandsvorsitzender Intervista AG.

Bei der Realisierung des digitalen Vertriebs unterstützen moderne Technologien wie zum Beispiel Verkaufsapps – die DSGVO- und IDD-konform funktionieren – oder intelligente Vertriebsplattformen, denen sogenannte Smart Contracts zugrunde liegen. Befassen sich Entscheider mit den neuen Möglichkeiten, stellen sie fest, dass diese Mittel ihnen neue Wege eröffnen und dass sich die neue, digitale mit der traditionellen, analogen Vertriebswelt verknüpfen lässt.

 

Hinterlegt in der Produkt-DNA

 

In Zeiten der digitalen Transformation fordern Kunden angepasste Serviceplattformen, um Leistungen jederzeit – und vor allem sicher – buchen zu können. Damit Unternehmen dem gerecht werden und am Markt bestehen können, müssen sie ihre Vertriebskanäle digitalisieren. Durch die Blockchain-Technologie liegt das Augenmerk vermehrt auf rechtssicheren Smart Contracts. Diese sorgen für zusätzlichen Schutz der Daten: Kryptografisch geschützt erfolgt die Einspeisung von Informationen in abgesicherte Netzwerke und verifizierte Rechenzentren. Dabei funktionieren die intelligenten Verträge auch ohne Blockchain-Technologie und können beliebig komplex sein. Sie basieren auf einem Quellcode, der dafür sorgt, dass alle Vorgänge automatisiert auf Rechtssicherheit geprüft und Vertriebskanäle optimiert werden. In diesem Schlüssel beziehungsweise der Produkt-DNA des elektronischen Abschlusses sind detaillierte Anweisungen zur Vorgehensweise hinterlegt, die voll automatisiert ablaufen. Als Folge der Digitalisierung von Verträgen – die bei bestimmten Ereignissen wie bei einer Wenn-dann-Bedingung in Kraft treten – entfällt somit die menschliche Schnittstelle zur Überprüfung und zur Verifizierung der Vertragsbedingungen.

 

Neue Optionen

 

Unterschiedliche Buchungsmöglichkeiten verlangen oft noch eine schriftliche Bestätigung aller Vertragsteilnehmer – wie zum Beispiel der Abschluss einer Versicherung. An dieser Stelle dämmen allerdings Smart Contracts das Fehlerpotenzial ein, vereinfachen oder holen Vorgänge nach. Per simpler Bedienbarkeit über das Smartphone erhält der Kunde auch etwa eventbasierte Vorschläge für zu buchende Leistungen. Über rechtssichere Multikanalkommunikation wird zudem die Inanspruchnahme weiterer Leistungen über das Smartphone, per Anruf, SMS oder E-Mail ermöglicht. Für den Vertrieb bedeutet das: Mit der Smart-Contracts-Technologie lassen sich Produkte flexibel anbieten und Abläufe effektiv automatisieren. Im Vordergrund steht die einfache und komfortable Vertragsabwicklung für den Kunden durch effiziente und kostengünstige Mittel. Dies trifft den Nerv der Zeit, denn vor allem die U-30-Generation ist es gewohnt, alles schnell und flexibel über das Smartphone zu managen.

 

Vielseitige Helfer

 

Neben intelligenten Verträgen, die für mehr Flexibilität sorgen und individuelle Buchungen möglich machen, stehen Vertrieblern zum Beispiel moderne Apps zur Verfügung. Diese helfen insbesondere dadurch, dass von einer breiten Auswahl verschiedener Angebotskataloge im Gepäck abgesehen werden kann – denn auf Messen oder Terminen lässt sich mit den digitalen Tools ebenfalls gut präsentieren. Da sich Verbraucher im Alltag mit diesen Technologien beschäftigen, erwarten sie von ihren Geschäftspartnern beziehungsweise Dienstleistern ähnliche Kompetenz auf diesem Gebiet. Vertriebsmitarbeiter greifen zum Beispiel in einem Kundengespräch via App auf das Produktportfolio zu und Angebote lassen sich passend konfigurieren. Auch relevante Kundendaten können so direkt einbezogen und individuelle Preise – etwa für eine Versicherung – ermittelt werden. Zudem spielt der Zeitfaktor eine große Rolle: Präsentationen von Leistungen dauern dank technischer Unterstützung nicht mehr so lange und auch eventuelle Vertragsabschlüsse weisen eine kürzere Dauer auf. Hierfür erhält der Vermittler direkten Zugriff auf Kundendaten oder Angebote und sieht Nachrichten sowie Provisionsübersichten problemlos ein. Ebenso tragen diese Tools dazu bei, bestehende Richtlinien einzuhalten, indem sie beispielsweise Abläufe automatisch dokumentieren.

 

Gesammelte Erkenntnisse

 

Analoge und digitale Vertriebswelt: Wie eingangs bereits erwähnt, lassen sich die beiden Pole miteinander verbinden. Zudem gehen sie automatisch immer mehr in eine Einheit über, denn in der konsequenten Kundenorientierung existiert hier kein Unterschied. Das Ziel besteht darin, mit allen zur Verfügung stehenden Technologien und vorliegenden Daten den größtmöglichen Nutzen für Verbraucher zu schaffen. Smart Contracts oder Apps für den Vertrieb gehören zu den Innovationen, die hierfür den Weg ebnen. Gemeinsam mit passenden Strategien lassen sich so gegebene Vertriebsaufgaben effektiv umsetzen.

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