Pinsel
PinselQuelle: Stephan Albers / PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmen & Management

Hiscox: Schleppende Digitalisierung bremst Online-Kunstmarkt aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Online-Kunstmarkt scheint seine Boomjahre vorerst hinter sich zu haben. So legte das Marktvolumen zwar im vergangenen Jahr um deutliche 9,8 Prozent auf rund 4,64 Mrd. Euro zu. Damit lag die Zuwachsrate allerdings deutlich unter den Erwartungen der Experten von rund 15 Prozent. Dies geht aus dem neuen Online-Trade Report des Spezialversicherers Hiscox hervor.

So scheint auch der Optimismus im vergangenen Jahr etwas gebremst. Während 2017 noch 96 Prozent positiv auf das kommende Geschäftsjahr blickten, waren es 2018 nur noch 77 Prozent der Befragten. 71 Prozent rechnen zudem mit einer Konsolidierung innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die Gründe für diese Entwicklung sehen die Hiscox-Experten zum einen in der aktuell schlechteren konjunkturellen Lage, die insbesondere Käufer mit begrenztem Budget zögern lässt. Zum anderen verlangsame sich die Digitalisierung des Marktes selbst. Nach dem Online-Markteintritt der großen Player haben gerade kleinere Galerien und Händler Schwierigkeiten, einen eigenen Zugang zum digitalen Geschäft zu finden und haben in den vergangenen Jahren entsprechend nur wenige Digitalinitiativen in die Tat umgesetzt, konstatiert der Spezialversicherer.

 

Zudem sehen die befragten Kunstplattformen vor allem in der schwierigen Vertrauensbildung und der mangelnden Markenbekanntheit (64 Prozent) sowie in logistischen Problemen beim Kunstversand (50 Prozent) die größten Wachstumshemmnisse. Auch aus Kundensicht blieb das Vertrauen ein zentrales Kaufhindernis. Die Sorge, online Fälschungen zu kaufen, stieg 2018 laut Hiscox sogar auf 62 Prozent an (2017: 52 Prozent). Dabei zeige sich die Zielgruppe der Millenials besonders digitalaffin. Laut Report seien bereits 29 Prozent der Befragten bereit, Kunst im Internet zu erwerben. 51 Prozent der Käufer unter 30 Jahren äußerten zudem Interesse daran, über Blockchain-basierte Asset Tokenization nur einen Teil eines Kunstwerks als Investment zu erwerben. Bislang planen jedoch 85 Prozent der befragten Kunsthändler keine entsprechenden Angebote.

 

"Der Online-Kunstmarkt wächst zwar konstant, aber 2018 war kein einschneidendes Jahr in der Entwicklung. Es bleibt abzuwarten, wo die Konsolidierungsbewegungen hinführen und wer diesen unbestreitbar überlaufenen Marktplatz als Verlierer verlassen wird. Vielleicht erkennen die Online-Plattformen jetzt, dass Handlungsbedarf besteht, nachdem ihr Optimismus für das laufende Geschäftsjahr gesunken ist. Viele sind wohl davon ausgegangen, dass der Online-Kunstmarkt schneller an Zugkraft gewinnt und seinen Marktanteil ausbaut, als das nun der Fall ist. Die Anbieter sind stärker denn je gefragt, eine Vertrauensbasis zu den potentiellen Kunden aufzubauen, denn das Interesse am Online-Kunstmarkt besteht nach wie vor. Daneben müssen insbesondere kleinere Kunsthändler durchdachte Online-Angebote entwickeln, um die neuen Bedürfnisse jüngerer, digitaler Zielgruppen zu erfüllen. Neben dem reinen E-Shop sollten hier auch gänzlich neue Verkaufskonzepte angedacht werden. Insbesondere in der Rolle als Plattformen für die Werke von Nachwuchskünstlern stehen auch Kleinstanbietern Online-Potentiale offen", kommentiert Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox.

Hiscox · Online-Kunstmarkt · Spezialversicherer
Auch interessant
Zurück
16.04.2019VWheute
Kunst­markt: Poli­tisch bedrängter Wander­zirkus der Eitel­keiten Das am Rande der Art Cologne vom Spezialmakler für Kunst Zilkens veranstaltete 8. …
Kunst­markt: Poli­tisch bedrängter Wander­zirkus der Eitel­keiten
Das am Rande der Art Cologne vom Spezialmakler für Kunst Zilkens veranstaltete 8. Kölner Kunstversicherungsgespräch stand in diesem Jahr unter dem Thema "Art Bozen Montevideo? Die Grenzen des Kunstmarkts!?" Dabei …
09.04.2019VWheute
Hiscox ordnet Leitungs­funk­tionen neu Der Spezialversicherer Hiscox expandiert weiter und gründet zwei weitere Niederlassungen in der …
Hiscox ordnet Leitungs­funk­tionen neu
Der Spezialversicherer Hiscox expandiert weiter und gründet zwei weitere Niederlassungen in der Bundeshauptstadt Berlin sowie in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Zudem besetzt der Versicherer auch einige …
02.04.2019VWheute
Ulrich Schaller über­nimmt Leitung der Specia­lity Lines beim Spezi­al­ver­si­cherer Beazley Ulrich Schaller hat zum 1. April 2019 bei Beazley die …
Ulrich Schaller über­nimmt Leitung der Specia­lity Lines beim Spezi­al­ver­si­cherer Beazley
Ulrich Schaller hat zum 1. April 2019 bei Beazley die Leitung der Specialty Lines in Deutschland übernehmen. Zudem verantwortet er künftig auch myBeazley, die Online-Plattform des …
28.03.2019VWheute
Europa erleich­tert den Online-Vertrieb – bremst Deutsch­land? Zwischen 1/3 und der Hälfte der Online-Vertreiber handeln nicht rechtskonform. …
Europa erleich­tert den Online-Vertrieb – bremst Deutsch­land?
Zwischen 1/3 und der Hälfte der Online-Vertreiber handeln nicht rechtskonform. Teilweise liegt das in offenen Fragen begründet, wann, wie und wo beraten werden muss, aber auch, weil sich europäisches und deutsches …
Weiter