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Spanische Pensionsfondsverwalter verlieren Geschäft

Von Rolf EngelhardtTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Pensionsfondsgeschäft in Spanien ist rückläufig. Nach den vom spanischen Verband der Investmentgesellschaften und Pensionsfondsverwalter Inverco vorgelegten Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 ist das verwaltete Vermögen der Branche um 3,7 Prozent auf 107 Mrd. Euro zurückgegangen. Damit entwickeln sich die Pensionsfondsverwalter deutlich schlechter, als die ebenfalls krisengeschüttelten Lebensversicherer. Bei ihnen sind die technischen Rückstellungen für die kapitalbildende Lebensversicherung in 2018 um 2,6 Prozent auf 181 Mrd. Euro gestiegen.

Die Anzahl der Pensionspläne ist in 2018 erneut gesunken. Aktuell gibt es in Spanien 9,6 Millionen Pensionspläne. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent. Kein Segment konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Zuwachs ausweisen. Verschärfend kommt hinzu, dass ein Großteil der Pensionspläne inaktiv ist. "Zwei Drittel der Inhaber zahlen kein neues Geld in ihre Pensionspläne ein und ein Fünftel zahlt weniger als 900 Euro jährlich", heißt es von Inverco. Die Netto-Neuzuflüsse in die Pensionspläne sind bereits seit Jahren rückläufig. In 2018 waren sie nach Inverco sogar negativ. Die Inhaber von Pensionsplänen zahlten 4,9 Mrd. Euro ein, während die Branche Leistungen in Höhe von 5,1 Mrd. Euro ausgezahlt hat. Unter dem Strich steht damit ein Minus von rund 200 Mio. Euro. Zum Vergleich: In den Jahren vor der Wirtschaftskrise in 2008 flossen jährlich noch bis zu fünf Mrd. Euro netto in die Pensionspläne.

 

Die von der Branche in 2018 erwirtschaftete Rendite war schwach. Es steht ein Minus von 4,1 Prozent über alle Anlageinstrumente hinweg zu Buche. "Aufgrund der Entwicklung an den Finanzmärkten mussten wir in 2018  in allen Produktsegmenten negative Renditen ausweisen", heißt es von Inverco. Verkaufsargumente sehen anders aus. Der wieder boomende Immobilienmarkt erscheint vielen Spaniern mit freien finanziellen Mitteln als die attraktivere Anlagevariante.

 

Das Pensionsfondsgeschäft wird durch die Banken dominiert. Die fünf größten Pensionsfondsverwalter sind auch nach den Zahlen zu 2018 durchweg Bankengruppen. Sie kontrollieren zwei Drittel des Marktvolumens. Unter den Top Ten befinden sich mit der Mapfre und der Allianz Popular lediglich zwei Assekuranzhäuser. Auf die Top Ten entfallen bereits 84 Prozent des verwalteten Vermögens. Der Branchenprimus CaixaBank baut seine Marktmacht weiter aus. Im Gesamtmarkt führt er mit einem Marktanteil von 24 Prozent vor der zweitplatzierten BBVA (20,3 Prozent). An dritter Stelle folgt bereits mit deutlichem Abstand die Santander mit einer Quote von 8,7 Prozent.

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