Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet die Wirtschaft.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet die Wirtschaft.Quelle: Claudia Hautumm / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Euler Hermes: Handelskonflikt zwischen China und USA wird zunehmend zum Problem

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint die Wirtschaft derzeit stärker zu belasten als die bereits eingeführten Zölle. So hat der Konflikt bereits zu erheblichen Einbußen geführt, konstatiert der Kreditversicherer Euler Hermes. Demnach sei das Wachstum des Welthandels im letzten Jahr auf ein Plus von 3,5 Prozent geschrumpft. Zum Vergleich: 2017 lag das weltweite Wirtschaftswachstum noch bei 5,2 Prozent.

So gehen die Volkswirte des Kreditversicherers davon aus, dass die Zölle den Welthandel 2018 rund 0,3 Prozentpunkte an Wachstum gekostet haben. Ein Ende sei trotz aktueller Verhandlungen noch nicht abzusehen. Euler Hermes rechnet mit einem weiteren deutlichen Abflauen des Wachstums beim Welthandel auf 3,0 Prozent im Jahr 2019 und 2,7 Prozent für 2020. "Die Zölle sind dabei noch nicht einmal das größte Problem. Die Unsicherheit kostet im schwelenden Handelskonflikt wesentlich mehr Wachstum als die Zölle. Das ist ähnlich wie beim Brexit - auch da ist die Unsicherheit und mangelnde Planbarkeit der größte Faktor in der Krise, ganz egal, wie am Ende das Ergebnis aussieht", konstatiert Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe und stellvertretender Chefvolkswirt der Allianz.

 

"Es ist wie eine Art Countdown: Die Uhr zählt allerdings nicht die Zeit herunter bis zu einem großen Event, sondern das Wachstum bei Welthandel und Weltwirtschaft. Man kann es regelrecht schwinden sehen: Jede weiteren zwei Monate der Unsicherheit im Handelskonflikt zwischen den USA und China kosten den Welthandel etwa 0,1 Prozentpunkte an Wachstum. Bei der Weltwirtschaft sind es etwa 0,1 Prozentpunkte alle vier Monate. Exportnationen wie Deutschland sind von dieser Entwicklung besonders stark betroffen, denn ihre Exportrisiken steigen erheblich: Weniger Wachstum bei gleichzeitig steigenden Kreditrisiken und Insolvenzen sind ein ungünstiger Risiko-Cocktail", ergänzt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

"Wenn sich das Wachstum abschwächt und Handelsbarrieren in den größten Volkswirtschaften zunehmen, trifft es die Schwächsten zuerst. Weniger wettbewerbsfähige Unternehmen haben dann Probleme, ihre Waren an den Mann zu bekommen. Dann fängt ein Teufelskreis an: steigende Lagerbestände, eine verlangsamte Produktion und sinkende Preise. Das wiederum geht auch an anderen Unternehmen nicht spurlos vorbei, auch wenn sie größere Puffer haben. Es zeigt sich einmal mehr, dass es bei Protektionismus und andauernden Handelskonflikten nur Verlierer gibt", so van het Hof weiter.

 

Eine schnelle Einigung scheint also dringend geboten, insbesondere mit Blick auf die deutsche Exportwirtschaft. "Die Aussichten für deutsche Exporteure sind also weiterhin alles andere als rosig. Sie sind diejenigen, die die Unsicherheiten am stärksten zu spüren bekommen. Meist auch ohne zeitlichen Verzug. Das Wachstum bei Investitionen in führenden Exportnationen wie Japan, Deutschland oder Südkorea ist parallel zur Eskalation des Handelskonflikts im zweiten Halbjahr 2018 eingebrochen und dümpelt seither vor sich hin. Der Streit schwelt nun seit einem Jahr. Eine Einigung wäre also überfällig, damit 2019 wenigstens die Option auf eine weiche Landung der Wirtschaft bleibt", betont der Deutschlandchef von Euler Hermes.

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