Insolvenzen in Deutschland
Insolvenzen in DeutschlandQuelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Gläubiger bleiben bei Insolvenzen auf Großteil der Schäden sitzen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren zwar kontinuierlich zurückgegangen. Die Schadenssummen sind indes im gleichen Zeitraum weiter gestiegen. Das Problem für die Gläubiger: Einen Großteil der Forderungen mussten diese nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hingegen abschreiben.

Nach Angaben der Statistiker bei Insolvenzverfahren in Deutschland, die im Jahr 2010 eröffnet und bis Ende 2017 beendet, auf rund 96,1 Prozent ihrer Forderungen verzichten. So lag die Deckungsquote bei Unternehmensinsolvenzen bei 6,2 Prozent. Bei Verbraucherinsolvenzverfahren lag die Quote mit 2,0 Prozent deutlich geringer. Insgesamt hatten die Gläubiger bei Unternehmensinsolvenzen Verluste in Höhe von knapp sieben Mrd. Euro zu verzeichnen. Bei Verbraucherinsolvenzen summierten sich die Verluste auf rund 4,1 Mrd. Euro und bei den übrigen Insolvenzverfahren (zum Beispiel von ehemals Selbstständigen) auf rund vier Mrd. Euro. 

 

Von den 23.530 im Jahr 2010 eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren in Deutschland wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19.352 Verfahren beendet. Dies entspricht einer Quote von 82,2 Prozent. In 941 Fällen konnten die insolventen Unternehmen erfolgreich saniert werden. Dabei wurden 11.827 Arbeitsplätze gesichert, heißt es beim Statistischen Bundesamt weiter. Besonders häufig gab es einen Sanierungserfolg bei Insolvenzverfahren mit hohen Forderungssummen. So konnten beispielsweise bei Verfahren mit Forderungen ab fünf Mio. Euro 23,8 Prozent der Unternehmen saniert werden. Demgegenüber konnten nur 1,5 Prozent aller insolventen Firmen mit Forderungen von weniger als 50.000 Euro erfolgreich saniert werden.

 

Allein im vergangenen Jahr gingen in Deutschland immer weniger Unternehmen pleite. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel meldeten 2018 insgesamt 19.552 Unternehmen eine Insolvenz an. Gegenüber dem Vorjahr (2017: 20.276 Firmeninsolvenzen) bedeutet dies einen neuerlichen Rückgang von 3,6 Prozent. Die insolvenzbedingten Schäden summierten sich indes auf knapp 22 Mrd. Euro. Im Schnitt entstanden damit Forderungsausfälle für die Gläubiger von knapp 1,1 Mio. Euro pro Insolvenz.

Insolvenz · Unternehmensinsolvenzen · Statistisches Bundesamt
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