Griechenland
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Politik & Regulierung

Coface geht nach Griechenland

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Lange galt Griechenland wegen seiner Staatsschulden als Sorgenkind in Europa. Nun scheint sich das Land augenscheinlich wieder auf dem Weg der Besserung zu befinden. Der Kreditversicherer Coface hat nun von der griechischen Finanzaufsicht die Lizenz für den Markteintritt bekommen. 
So begründet Coface den Schritt nach Griechenland mit dem strategischen Ziel, in neuen Märkten wachsen zu wollen. Demnach sollen die griechischen Unternehmen künftig auf Produkte und Dienstleistungen des Kreditversicherers zugreifen können, um die Kreditwürdigkeit der jeweiligen Partner zu überprüfen sowie die eigenen Handelsgeschäfte weltweit zu schützen. Zudem scheinen die politischen Reformen aus Sicht von Coface den Weg für den privatwirtschaftlichen Kreditversicherungsmarkt. Die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen und die Stärkung der Kreditwürdigkeit hätten es dem Land ermöglicht, auf die internationalen Märkte zurückzukehren und die Kapitalkontrollen teilweise aufzuheben. Griechische Unternehmen seien wettbewerbsfähiger geworden, hätten ihre Verschuldung reduziert und seien nun exportorientierter. Dies habe die Entwicklung neuer Sektoren gefördert und die Entwicklung der Produktion ermöglicht, heißt es weiter. "Unsere griechische Lizenz erweitert die historisch starke Präsenz von Coface im Mittelmeerraum und in Afrika. Griechenland ist für Coface ein vielversprechender Markt, in dem sich das Vertrauen der Unternehmen verbessert und für 2019 ein lebhaftes Wachstum erwartet wird", begründet Coface-CEO Xavier Durand den Schritt nach Griechenland.

Atradius sieht Griechenland auf dem Weg der Erholung

Für den Kreditversicherer Atradius scheint jedenfalls die Gefahr von Forderungsausfällen für Exporteure nach Griechenland seit dem Abschluss des letzten Hilfspakets der Europäischen Union im August moderat gesunken. Gleichzeitig habe sich die griechische Wirtschaft aus Sicht des internationalen Kreditversicherers in den vergangenen Monaten stabilisiert, konstatieren die Analysten. Allerdings seien die Verbindlichkeiten von griechischen Unternehmen und Privathaushalten nach wie vor verhältnismäßig hoch. Die griechischen Banken spüren die Folgen der Krise weiterhin in Form von hohen Kreditausfallwahrscheinlichkeiten, heißt es beim Kreditversicherer weiter. Zudem seien die Korruption weiterhin sehr verbreitet und die Staatsverschuldung überdurchschnittlich hoch. 

 

"Mehrere Faktoren wiesen zuletzt auf eine Erholung der Wirtschaft Griechenlands hin. Das BIP ist jüngst wieder gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken. Die umgesetzten Reformen und Sparmaßnahmen, der schrittweise Abbau der Kapitalverkehrskontrollen sowie die positive Leistungsbilanz tragen zur Stabilisierung bei. Für Exporteure sehen wir insgesamt ein geringeres Risiko für Forderungsausfälle als noch vor einem Jahr. Trotzdem bleiben erhebliche Unsicherheiten durch die weiterhin hohe Anzahl an problematischen Krediten im griechischen Bankensystem sowie durch die schwierigen Finanzierungskonditionen bestehen", erläutert Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius.

Coface · Griechenland · Kreditversicherer
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