Die Lohntüten in der Versicherungsbranche scheinen gut gefüllt.
Die Lohntüten in der Versicherungsbranche scheinen gut gefüllt.Quelle: Siegfried Fries / PIXELIO (www.pixelio.de)
Märkte & Vertrieb

Beschäftigte der Versicherungsbranche gehören zu den Spitzenverdienern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Beschäftigten der Versicherungsbranche in Deutschland verdienen derzeit überdurchschnittlich gut. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, verdienen  Vollzeitbeschäftigte bei den deutschen Versicherern im Durchschnitt etwa 4.850 Euro brutto. Laut Stepstone-Gehaltsreport liegen die Versicherer demnach mit einem Brutto-Jahresgehalt von 71.626 Euro inklusive variabler Bezüge auf Platz vier der bestbezahlten Branchen Deutschlands
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben die männlichen Vollzeitbeschäftigten in der Versicherungsbranche im vergangenen Jahr ein Durchschnittsgehalt von 4.075 Euro bezogen. Dies entspricht einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frauen konnten sich im Vergleich zu 2017 immerhin über ein Gehaltsplus von 3,1 Prozent auf 3.432 Euro freuen. Rechnet man die Sonderzahlungen hinzu, kamen Männer 2018 im Durchschnitt auf 4.524 Euro (plus 3,0 Prozent) und Frauen auf 4.287 Euro (plus 3,1 Prozent). Zum Vergleich: Bei den Sozialversicherern liegt das monatliche Bruttomonatsgehalt 2018 bei 4.562 Euro. Frauen haben im Schnitt 4.262 Euro verdient. Damit liegt die Branche beim Thema "gleiche Entlohnung" derzeit im bundesweiten Trend. So verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Daraus ergeben sich umgerechnet genau 77 Tage, an denen sie quasi kein Gehalt bekommen.

Allianz-Chef Oliver Bäte ist die Nummer zwei im Dax

Blickt man auf die Durchschnittsgehälter der Versicherungsmanager, gehört Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte eindeutig zu den Spitzenverdienern unter den 30 Dax-Konzernen. Mit einem Jahresgehalt von 10,33 Mio. Euro liegt der Versicherungsmanager damit auf Platz zwei hinter Stefan Heidenrich von Beiersdorf (23,45 Mio. Euro) und noch vor SAP-Chef Bill McDermott mit gerade einmal 9,97 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich Bätes Bezüge damit mit einem Plus von 4,98 Mio. Euro praktisch verdoppelt.  Zum Vergleich: Joachim Wenning, Vorstandsvorsitzender der Munich Re, liegt mit einem Jahresgehalt von 3,629 Mio. Euro lediglich auf Platz 20. Insgesamt lag das Durchschnittsgehalt eines Dax-CEO's im vergangenen Jahr bei 7,5 Mio. Euro (2017: 7,3 Mio. Euro). Dies entspricht einem Plus von 3,6 Prozent, konstatiert die Unternehmensberatung hkp/// group.
"Wir sehen jetzt seit fünf Jahren ein stetiges Wachstum bei den mehrjährigen variablen Vergütungen und der Altersversorgung, die zusammen ca. 60 Prozent der gesamten Vergütung ausmachen. Umso erschreckender ist es, dass die Transparenzvorschriften für genau diese Vergütungselemente wieder gestrichen werden sollen."
 Regine Siepmann, Partnerin und Bereichsleiterin Board Services bei hkp/// group

Versicherungsbranche gehört zu den Top fünf Deutschlands

Glaubt man dem jüngsten Stepstone Gehaltsreport 2019, liegen die Versicherer mit einem Bruttodurchschnittsgehalt inklusiver variabler Bezüge von 71.626 Euro auf  Platz vier der bestbezahlten Branchen in Deutschland. Spitzenreiter sind demnach die Banken (75.585 Euro) vor der Chemie- und Erdölverarbeitenden Industrie (72.048 Euro) und den Finanzdienstleistern (72.015 Euro). Das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland liegt 2019 bei rund 58.100 Euro. Führungskräfte erhalten im Schnitt 67.900 Euro und Fachkräfte ohne Personalverantwortung 51.200 Euro. Im Bundesländervergleich liegt dabei Hessen mit rund 63.300 Euro an der Spitze, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Die niedrigsten Einkommen gibt es hingegen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt​​​​​​​.
Durchschnittliche Jahresgehälter von Fach- und Hührungskräften in Deutschland 2018
Durchschnittliche Jahresgehälter von Fach- und Hührungskräften in Deutschland 2018Quelle: Statista
Spitzenreiter unter den Großstädten ist dabei Frankfurt am Main mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt für Fach- und Führungskräfte von rund 73.200 Euro brutto. Besonders Finanzexperten (79.500 Euro) und IT-Spezialisten (73.300 Euro) verdienen dabei in der Mainmetropole besonders gut. Auf Rang zwei folgt die bayerische Landeshauptstadt München mit durchschnittlich 70.600 Euro brutto im Jahr. Besonders hohe Einkommen winken dabei in der Versicherungsbranche (80.000 Euro) sowie in der Automobilbranche (79.400 Euro). Auf Platz drei landet die baden-württembergische Hauptstadt Stuttgart mit rund 68.000 Euro brutto im Jahr. Besonders lukrativ für Versicherungsangestellte sind auch Köln (Platz fünf mit rund 62.900 Euro brutto) mit einem Jahresgehalt von rund 67.100 Euro sowie Dortmund (Platz acht mit 58.200 Euro brutto) mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund 67.100 Euro.

AGV: Weniger Beschäftigte und mehr fehlzeiten

Ungeachtet dessen ist die Zahl der Beschäftigten in der Versicherungsbranche weiterhin rückläufig. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes AGV ist die Gesamtzahl der Angestellten in 2018 um 1,4 Prozent auf 201.900 Beschäftigte gesunken. Darüber hinaus ist die Fehlzeitenquote im Innendienst mit 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (Vorjahr 6,3 Prozent). Durchschnittlich waren die Mitarbeiter demnach an 15,9 Tagen krank. Männer fehlten krankheitsbedingt an 13,0 Tagen, Frauen an 18,8 Tagen.
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