Hotel (Symbolbild), es handelt sich um das Bellagio in Las Vegas
Hotel (Symbolbild), es handelt sich um das Bellagio in Las VegasQuelle: Florentine / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Betrügerpärchen nutzt guten Ruf der Versicherung für Hotel-Gaunerei

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei Meldungen über Versicherungsbetrug gibt es ein bestimmtes Schema. Zuerst werden Tat und Schaden beschrieben, dann die Aufklärung und im Anschluss die Strafe. Meist beinhaltet der Artikel noch ein Hinweis auf die moralische Verderbtheit des Täters. In diesem Fall ist vieles anders, zunächst einmal ist es im engeren Sinne kein Versicherungsbetrug.

Es wurde kein Versicherer monetär geschädigt, der gute Ruf der Branche ist den Gaunern vielmehr Schild gewesen. Hinter diesem verbargen sie sich wie Siegfried unter der Tarnkappe. Zu kryptisch? Die Aufklärung erfolgt nach oben beschriebenem Muster.

Aufgrund eines Heizungsschadens mietet sich ein Ehepaar mit Kindern und Hunden sechs Wochen in einem vornehmen Hotel in Hof ein, meldet der Nordbayerische Kurier. Es genügte an der Rezeption der Hinweis, dass die Versicherung den Hotelaufenthalt bezahlen werde in Verbindung mit einem selbstbewussten Auftreten.

 

Als Versicherungsexperte ist einem bekannt, das sechswöchige Aufenthalte in Luxushotels eher selten in den Bedingungen auftauchen. Dem Hotelbesitzer war das aber nicht geläufig, er bot sogar aus Mitleid eine Suite an.

 

Das Paar nutzte den Service des Hotels großzügig und verstand es, mit Zwischenbetrügereien wie gefälschten Bankmails den Hotelier bei Laune zu halten. Als der Urlaub beendet war, legte das Paar den Schlüssel an die Rezeption und verschwand. Nach dem längeren Ausbleiben des hohen fünfstelligen Rechnungsbetrages, rief der Hotelier dann doch die Polizei.

 

Strafe und Moral

 

Tatbeschreibung und Schadenhöhe sind abgehandelt, die Ermittlung war nicht schwierig und schnell erfolgreich, bleibt die Strafe. Der Angeklagte erhielt unter Einbeziehung eines früheren Vorfalls eine Gesamtstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung. Die Frau, es gab auch hier eine Vorstrafe, elf Monaten zur Bewährung. Bleibt die Moral.

Das Pärchen hat dreist gehandelt wie Richter, Staatsanwalt und Verteidiger in seltener Einigkeit feststellten. Doch es ist auch möglich, dass der Schädiger mit seinem Hinweis richtig lag, dass ihm alles "über den Kopf gewachsen sei".

 

Die Beiden waren bereits vor Beginn der Partnerschaft jeder für sich verschuldet, der Mann im hohen fünfstelligen Bereich, die Frau sechsstellig. Der Anwalt erklärte: "Er läuft von einer Katastrophe in die andere. Er versucht von seinem Einkommen die Familie über Wasser zu halten. Mittlerweile ist er entlassen worden." Der Schlusspunkt unter eine Geschichte ohne Gewinner und wenig Moral.

Betrug · Versicherungsbranche · Rechtssprechung
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