Konzernsitz der Alte-Leipziger Hallesche in Oberursel
Konzernsitz der Alte-Leipziger Hallesche in OberurselQuelle: Alte Leipziger
Unternehmen & Management

Alte Leipziger will digitaler werden

Von Sabine T. RuhTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Als "erfreulich" beschreibt Christoph Bohn, Vorstandsvorsitzender des Alte Leipziger-Hallesche Konzern, beim Konzern-Pressegespräch in Oberursel das Beitragswachstum der Alte Leipziger Lebensversicherung um 4,2 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro. Beim Neugeschäft ist dagegen ein Minus von 1,9 Prozent festzustellen. Bei der Hallesche erhöhten sich die Beiträge um 2,1 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro, damit um 0,4 Prozent höher als die Branche insgesamt.

Die Ergebnisse führen zu einer Stärkung der Finanzkraft: Alte Leipziger und Hallesche erhöhten ihr Eigenkapital um 44 und 15 Mio. Euro – damit liegt ihre Risikotragfähigkeit insgesamt bei knapp 3,3 Mrd. Euro.

Transformation bei Mitarbeiter, für Kunden und Vermittler

"Wir binden Mitarbeiter aktiv in den Transformationsprozess ein und passen unsere Arbeitsweisen an", führt Bohn weiter aus. Er sieht dabei die Chance auf ein neues Verständnis von Führung und Zusammenarbeit. Auf der Digi-Roadmap stehen nach Aussagen von Vorstandsmitglied Odo Wilcsek, zuständig für IT, neben den internen Prozessen neue Plattformen – beispielsweise fin4u, eine neutrale, offene Plattform: "Das ist ein Versicherungsportal, das als erweitertes Financial-Portal genutzt werden kann." Aktuell nutzten dies 53.000 Kunden, wobei anlassbezogen darauf aufmerksam gemacht wird. Ab Juni geht das Gesundheitsportal hallesche4u online. "Hiermit kommen wir unserem Anspruch digitaler Gesundheitspartner für unsere Kunden näher: durch den Überblick über Verträge, der privaten Verwaltung von Gesundheitsdaten wie Medikamentation oder Arztbesuchen und die erweiternden eHealth-Funktionen."

 

Für Vermittler stehen durch Kooperationen für Bedarfsprüfung, Beratung und Abschluss diverse digitale Tools wie elektronische Unterschrift, Videoberatung über Flexperto und Bewertungsplattform ekomi bereit. "Eine erhebliche Entlastung für Vermittler in der Lebensversicherung und der Berufsunfähigkeitssparte ist die elektronische Risikoprüfung e-Votum", informiert Frank Kettnaker, Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing. "Nach nur vier bis fünf Minuten ist diese für einen Monat verbindliche Entscheidung gefällt." Während des Kundengesprächs erhalten die Vermittler durch das Tool für zwei Drittel aller Anfragen ein schnelles Votum.  

Diverse Innovationen

Neben Soforthilfe bei Krebs und neue Fondsrente gegen Einmalbetrag gründete Alte Leipziger Leben als Konsortialführer gemeinsam mit Die Bayerische, LV 1871 und Volkswohl als Sozialpartnermodell die Initiative Vorsorge gegründet - eine  gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit gemeinsamen Produktlösungen. "Wir glauben nicht an den großen Durchbruch in 2019", stellt Frank Kettnaker dabei fest. Leben-Vorstand Jürgen Bierbaum nennt ein starkes bAV-Neugeschäft in der Breite, wobei der Anteil der fondsgebundenen Rentenversicherungen deutlich gestiegen sei.  

Innovation auch bei der Hallesche Krankenversicherung in der betrieblichen Krankenversicherung durch Feelfree. Initiiert durch Design Thinking können Arbeitnehmer jährlich neu selbstbestimmt über ihr Gesundheitsbudget verfügen. Vorstandsmitglied Wiltrud Pekarek legt sich fest: "Dieser Tarif ist der Schlüssel zum Marktführer".

Neben den Zukunftsthemen spielt im Konzern aber auch die Tradition eine Rolle. So feiert man in diesem Jahr 200 Jahre Alte Leipziger Versicherung AG, nach Informationen von Bohn die älteste bundesweit tätige deutsche Versicherungsaktiengesellschaft. Der Sachversicherer startete als Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt sein Geschäft am 1. Juni 1819 in Leipzig.

Alte Leipziger-Hallsche
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