Joachim Wenning, CEO der Munich Re bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2018 am Sitz des Unternehmens in München-Schwabing.
Joachim Wenning, CEO der Munich Re bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2018 am Sitz des Unternehmens in München-Schwabing.Quelle: Alexander Kaspar
Unternehmen & Management

Munich Re glänzt mit guten Zahlen

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Nach der deutlichen Gewinnsteigerung im zurückliegenden Jahr planen wir auch für dieses und nächstes Jahr steigende Gewinne - hin zu unserem mittelfristigen Gewinnziel von 2,8 Mrd. Euro im Jahr 2020. In der Rückversicherung verfolgen wir weiter unsere ambitionierten Wachstumsziele, bei Ergo zeigen sich deutliche die Erfolge des Strategieprogramms. Gleichzeitig reduzieren wir unseren internen Aufwand und treiben die digitale Transformation entschlossen voran. Munich Re ist auf Kurs." So fasste der Sprecher des Vorstandes Joachim Wenning die Performance des Unternehmens auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz in München zusammen.

Munich Re erzielte 2018 ein Ergebnis von knapp 2,3 Mrd. Euro, das operative Ergebnis betrug 3,7 Mrd. Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2018 mit 49 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Das Eigenkapital sank 2018 auf 26,5 Mrd. Euro, da das gute Ergebnis und positive Währungseffekte durch die Dividendenzahlungen, Aktienrückkäufe und das vom Zinsanstieg verursachte Absinken der unrealisierten Gewinne überkompensiert wurden. Die Bedeckungsquote auf Basis des Solvency-II-Standards lag zum 31. Dezember 2018 unter Berücksichtigung von Dividenden und potenziellen Kapitalmaßnahmen 2019 bei 245 Prozent. Dies soll auch weiterhin so bleiben denn dies eröffnet dem Management, auch in weiter volatilen Zeiten, größere Handlungsspielräume, wie Finanzvorstand Christoph Jurecka erläuterte. Hier das Video.

 

Im Rückversicherungsgeschäft Leben/Gesundheit steigerte die Munich Re den Gewinn von 596 Mio. Euro aus 2017 auf nunmehr 729 Mio. Euro im Jahr 2018. Das versicherungstechnische Ergebnis lag 2018 bei 584 Mio. Euro (Vorjahr 428 Mio. Euro). Insgesamt steuerte das Geschäftsfeld Rückversicherung gut 1,8 Mrd. Euro zum Konzernergebnis bei. Damit hat das Unternehmen sein avisiertes Ziel für das Gesamtjahr von mindestens 475 Mio. Euro deutlich überboten, wie Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek ausführte.

 

Auch der Direktversicherer Ergo entwickelt sich im laufenden Sanierungsprozess erfreulich: Im Jahr 2018 konnte Ergo-Chef Markus Rieß einen Gewinn von inzwischen 412 Mio. Euro (Vorjahr 273 Mio. Euro) verzeichnen. Auch die Schaden-Kosten-Quote bekommt das Team um Rieß langsam in den Griff. Im Segment Schaden/Unfall Deutschland lag sie mit 96 Prozent genau im Plan und im Bereich International erreicht sie mit 94,6 Prozent ihren historisch besten Wert, wie das Unternehmen stolz vermeldet. Von Umstrukturierungsmaßnahmen ist auch die Munich Re selbst betroffen: Insgesamt haben sich dem sogenannten Freiwilligenprogramm rund 900 Mitarbeiter, 500 international und der Rest am Stammsitz, angeschlossen und werden das Unternehmen verlassen. Welche Fortschritte die Ergo im letzten Jahr gemacht hat und wie es weitergeht erläutert Rieß hier im Video.

 

Das Kapitalanlageergebnis von Munich Re sank 2018 auf 6,5 Mrd. Euro, im  Vorjahr 2017 betrug der Wert noch 7,6 Mrd. Euro. Damit entsprocht das Kapitalanlageergebnis einer Rendite von 2,8 Prozent, bezogen auf den durchschnittlichen Marktwert des Portfolios. Mit Blick auf die aktuellen Vorgänge um den Absturz einer Boeing 737 MAX der Ethiopian Airlines und dem Flugverbot der entsprechenden Maschinen des US-Amerikanischen Herstellers rechnet die Munich Re mit Folgekosten von 100 bis 120 Mio. Euro. Insgesamt verläuft das erste Quartal aber unauffällig und im Rahmen der Erwartungen wie Jurecka weiter ausführte. Für das laufende Geschäftsjahr hat die Munich Re einen Gewinnanstieg um weitere 200 Mio. Euro auf dann 2,5 Mrd. Euro als gesamtes Konzernergebnis im Blick. 2,1 Mrd. Euro entfallen in dieser Rechnung auf das Geschäftsfeld Rückversicherung und 400 Mio. soll Ergo liefern. Der Hauptversammlung will das Management eine Dividende von 9,25 Euro vorschlagen. Zudem soll ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von einer Mrd. Euro aufgelegt werden. Gerüchten, die Munich Re wolle sich nach einer erfolgreichen Sanierung möglicherweise von Ergo trennen, erteilt Wenning eine klare Absage: "Ergo gehört zur Gruppe! Punkt!". Welche Erwartungen CEO Joachim Wenning für das laufende Geschäftsjahr hat, erklärt er hier im Video.

Munich Re · Rückversicherer · Joachim Wenning
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