Quelle: Talanx
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Talanx kommt bei Sanierung der Industrieversicherung voran

Von Claudia Schmidt-WehrmannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Talanx AG, drittgrößter deutscher Versicherungskonzern, hat im vergangenen Jahr die gebuchten Bruttoprämien kräftig um sechs Prozent auf 34,9 Mrd. Euro gesteigert. Dank operativer Verbesserungen im Privat- und Firmenkundengeschäft im In- und Ausland sowie in der Rückversicherung konnte der Ergebnisrückgang in der Industrieversicherung überkompensiert werden.

Das operative Ergebnis erhöhte sich zweistellig um 13 Prozent auf  2,0 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis legte allerdings – auch wegen der deutlich geringeren Kapitalanlageergebnisse - nur um fünf Prozent auf 703 Mio. Euro zu. Daran sollen auch die Aktionäre ihren Anteil haben. Zum sechsten Mal in Folge wird die Dividende um fünf Cent auf 1,45 Euro angehoben. Trotz des Ergebnisrückgangs in der Industrieversicherung (elf Mio. Euro Ebit nach 109 Mio. Euro im Vorjahr) kommt den Angaben zufolge die Mitte vergangenen Jahres eingeleitete Sanierung der defizitären industriellen Feuerversicherung sehr gut voran. Per Anfang März waren bereits knapp 90 Prozent der bis 2020 mindestens angestrebten Preiserhöhungen von 20 Prozent  mit den Kunden vereinbart. Nach einer wegen außerordentlichen Schadenbelastungen 2018 nochmals auf 109,1 (Vorjahr: 108,5) Prozent verschlechterten Schaden-/Kostenquote werden für 2019 weiter über 100 Prozent erwartet, 2020 aber will die Talanx auch in der Feuerversicherung wieder Geld verdienen.

 

Das im Privat- und Firmenkundengeschäft bereits 2015 eingeleitete Wachstums- und Effizienzprogramm zeigt ebenfalls Wirkung. Im Bereich Schaden/Unfall werden Zuwächse verzeichnet nicht jedoch bei Leben, bei der die Beiträge abbröckeln, allerdings nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Insgesamt stagnierten daher die  Prämieneinnahmen Privat- und Firmenkundengeschäft bei 6,1 Mrd. Euro. Anders sieht es bei den anvisierten Zielen für Ebit und Kosten aus. Das Ebit verbesserte sich auf 180  (137) Mio. Euro, eingeplant waren für 2018 nur 150 Mio. Euro. Zielgröße für 2021 sind 240 Mio. Euro. Von den Kosteneinsparungen wurden bis 2018 statt 130 Mio. Euro wie eingeplant 194 Mio. Euro umgesetzt. 

 

Vorstandschef Torsten Leue ist das jedoch noch nicht genug. Er hat sich ambitioniertere Ziele gesetzt mit denen das Unternehmen noch agiler, wachstumsorientierter und ertragsstärker werden soll. Eine Strategie dafür hat er schon entwickelt: Sie umfasst neben einem konsequenteren Kapitalmanagement und einer verstärkten Fokussierung der Geschäftsbereiche auch Wachstumsinitiativen. Im Visier hat er dabei das Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Privat- und Firmenversicherung Deutschland.

 

Die bereits veröffentlichten Prognosen für 2019 bekräftigte Leue. Angestrebt wird ein Konzernergebnis von 900 Mio. Euro. Der Verlauf der ersten zwei Monate steht dieser Prognose nicht entgegen, heißt es. Auch der  neuerliche Absturz einer Boeing berührt Leue wenig. Er träfe vor allem die Rückversicherung (Hannover Rück), die von allen Luftfahrtschäden getroffen wird. Leue war sich zunächst nicht sicher, ob es sich um ein Großschadenereignis mit einem Netto-Schaden von mehr als zehn Mio. Euro handeln wird, und wenn das doch der Fall sein sollte, läge er im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich. Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin ist sich sicher , dass der Schaden im Rahmen der Prämie netto zu verkraften sei, zumal die Hannover Rück zusätzlichen Deckungsschutz eingekauft habe.

Talanx
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