Steinhoff Möbel
Steinhoff MöbelQuelle: dpa
Politik & Regulierung

PwC bestätigt Milliardenbetrug bei Möbelkonzern Steinhoff

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im Bilanzskandal um Steinhoff, den zweitgrößten Möbelkonzern der Welt nach Ikea, haben die Buchprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) den Betrugsverdacht gegen führende Manager des Unternehmens bestätigt. Demnach seien zwischen 2009 und 2017 "fiktive und unregelmäßige Transaktionen" in einer Höhe von 6,5 Mrd. Euro aufgedekt worden, heißt es in einem Prüfbericht.

Verantwortlich für die Manipulationen sei demnach eine "kleine Gruppe früherer Steinhoff-Manager und nicht zu der Gruppe gehörender Manager", berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf den Untersuchungsbericht. Ziel sei es dabei gewesen, den Gewinn und das Vermögen des Steinhoff-Konzerns "substantiell aufzublähen". Namen wurden in diesem Zusammenhang allerdings nicht genannt. Bekannt wurden die Unregelmäßigkeiten allerdings erst im Jahr 2018, nachdem der Konzern damals entsprechende "Unregelmäßigkeiten" eingestanden hatte. Die Folge: der langjährige Vorstandschef Markus Jooste trat zurück und der Börsenkurs fiel um fast 90 Prozent von fünf Euro auf etwa 13 Cent.

 

Der Gesamtbericht von PwC über etwa 7.000 bleibt laut Bericht zwar in großen Teilen geheim. Im Kern geht es allerdings darum, dass in vielen Fällen fiktive oder unregelmäßige Erträge in zwischengeschalteten Steinhoff-Holdinggesellschaften generiert worden, die dann schlechter laufenden Tochtergesellschaften zu Gute kamen, teils in Form von Bargeld. Gestützt wurden diese dann durch entsprechende Dokumenten, welche erst nachträglich erstellt und zurückdatiert wurden. Wieviel Geld der Betrug das Unternehmen tatsächlich gekostet hat, ist zwar nicht bekannt. Beobachter gehen allerdings davon aus, das die Arbeit der Wirtschaftsprüfer einen Großteil des Gewinns wohl verschlungen haben dürfte- nicht mit eingerechnet sind zudem die zahlreichen Sammelklagen, die bereits anhängig sind.

PriceWaterhouseCoopers · PwC · Betrug