Unfallwagen
UnfallwagenQuelle: Petra Engeljehringer / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Versicherer reguliert gegen den Willen der Kundin

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Versicherern wird gerne nachgesagt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, einen entstandenen Schaden nicht zu regulieren. In einem konkreten Fall war die Sachlage indes genau anders: Eine Autofahrerin aus Witten soll beim Parken ein anderes Fahrzeug beschädigt haben - was sie indes bestreitet. Ihr Kfz-Versicherer reguliert den Schaden dennoch und stuft die betroffene Halterin höher ein.

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet, wird der Autofahrerin vorgeworfen, beim Ausparken ein anderes Fahrzeug beschädigt zu haben und anschließend davon gefahren zu sein. Sie selbst könne sich allerdings nicht daran erinnern, heißt es weiter. Stutzig mache sie ebenfalls, dass die Schäden nicht zum Fahrzeug passen. Demnach sollen diese laut Polizeibericht von ihrer Anhängerkupplung herrühren. Diese seien allerdings mehrere Zentimeter höher oder niedriger als die Kupplung selbst. Demnach könne "nicht mit Bestimmtheit gesagt werden", ob die Schäden tatsächlich von ihrem Fahrzeug herrühren. Ein entsprechendes Gerichtsverfahren gegen die Dame wurde daher auch wegen Geringfügigkeit eingestellt.

 

Ihr Kfz-Versicherer hatte indes den Schaden über 1.500 Euro dennoch reguliert und die betroffene Dame in die nächsthöhere Schadenfreiheitsklasse hochgestuft. Sehr zu deren Unbill, da diese hinter dem vermeintlichen Parkunfall eine betrügerische Masche vermutet. "Das ist doch ein super Geschäftsmodell. Ich brauche nur einen Kumpel, der als Zeuge auftritt, schon zahlt die Versicherung bereitwillig", wird sie zitiert. Die Verbraucherschützer sehen den Kfz-Versicherer allerdings im Recht und berufen sich dabei auf die sogenannte Regulierungsvollmacht. "Die Regulierungsvollmacht ist auch ein Opferschutz. Sonst würden Unfallopfer auf ihren Kosten sitzen bleiben", erläutert Elke Weidenbach, Expertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Zudem "habe die Versicherung die Ansprüche wohl als berechtigt angesehen".

 

Allein in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Unfälle mit Fahrerflucht weiter gestiegen: Laut einer aktuellen Statistik der Polizei ist  deren Zahl im Jahr 2018 um 2,2 Prozent auf 138.936 gestiegen. In 5.605 Fällen davon sind auch Menschen zu Schaden gekommen.

Kfz-Versicherer