Philippe Donnet
Philippe DonnetQuelle: Generali
Unternehmen & Management

Generali-Gruppe steigert operativen Gewinn 2018 um drei Prozent auf fast fünf Mrd. Euro

Von Martin WinkelTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Während der operative Gewinn bei 4,9 Mrd. Euro lag, beträgt der Nettogewinn nur 2,9 Mrd. Euro. Neben Steuern waren dafür vor allem Verluste bei Kapitalanlagen in Aktien verantwortlich. Diese schlugen mit 431 Mio. Euro ins Kontor. Der effektive Steuersatz auf das gesamte Gruppenergebnis lag unverändert bei 32,6 Prozent.

Philippe Donnet, CEO der Generali-Gruppe, freute sich dennoch bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse am 14. März und schlägt der Hauptversammlung am 7. Mai 2019 eine Dividende von 90 Cent pro Aktie vor. Mit dem Jahr 2018 geht eine vierjährige Periode seit 2015 zu Ende, deren Ziele in einen Mehrjahresplan gefasst waren, der weitgehend umgesetzt worden sei. Donnet sieht das Unternehmen gut positioniert, um seine Ziele bis 2021 zu erreichen. Strategisch setzt die Gesellschaft in den nächsten drei Jahren weltweit auf "profitables Wachstum" - wie jedes Unternehmen - und außerdem Optimierung der Finanzstruktur, d.h. mehr Eigenkapital, höhere Liquiditätsrückflüsse der Landesgesellschaften an die Holding und reduziertem Zins- und Tilgungsdienst auf Fremdkapital. Als Beispiel für einen Schritt zu einer verbesserten Finanzierungsstruktur nannte Donnet  die Platzierung einer Unternehmensanleihe Anfang des Jahres über 500 Mio. Euro, die zu niedrigeren Fremdkapitalkosten beitrage. Ertragsziel im Sinne "profitablen Wachstums" sei eine Steigerung des Gewinns pro Anteilsschein von sechs bis acht Prozent pro Jahr. Drittens will Generali noch mehr in die digitale Transformation des Vertriebs und Betriebsmodells investieren, um ein "Partner auf Lebenszeit" seiner Kunden zu werden.

Kritik am Verkauf der Lebensversicherung in Deutschland

In Deutschland sorgte letztes Jahr der Verkauf der Lebensversicherungs-Sparte an den Abwickler Viridium für erhebliche Kritik von Seiten der Politik und Verbraucherverbände. Finanziell geschadet hat es der Generali aber nicht, denn der operative Gewinn stieg hierzulande von 750 auf 821 Mio. Euro. Vermögensberatung DVAG übernahm die nicht mehr benötigten Vertriebsmitarbeiter der Generali Leben, sodass keine teuren Sozialpläne finanziert werden mussten. Mit 66,7 Mrd. Euro (+4,9 Prozent gegenüber 2017) Bruttobeitragseinnahmen im abgelaufenen Berichtszeitraum und 488 Mrd. Euro Kapitalanlagen unter Vertrag per Ende 2018 zählt der italienische Versicherungskonzern zu den zehn Größten weltweit. Ein Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet er in Italien, weitere 20 Prozent jeweils in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich.

 

Während die Beitragseinnahmen aus dem Sach- und Unfallgeschäft bei etwa 20,6 Mrd. Euro stabil blieben, stiegen die Prämien im Lebenbereich vor allem getrieben vom italienischen Heimatmarkt um fast sechs Prozent von 43,8 auf 46,1 Mrd. Euro. In P&C gingen Einnahmen In Italien hingegen um 1,6 Prozent zurück, was nach Auskunft des Vorstands vor allem an strengeren Zeichnungsrichtlinien in der Kfz-Versicherung liege. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote beläuft sich 2018 auf 93 Prozent (+0,1 Prozentpunkte), davon 65,1 Prozent für die Schadenquote. Frederic de Courtois, General Manager der Generali-Gruppe, zeigte sich besonders zufrieden, dass es trotz erheblicher Schäden aus Naturkatastrophen im zweiten Halbjahr 2018 gelungen sei, die guten Ergebnisse vom Vorjahr in der Sachversicherung zu halten. Während Erträge aus dem Versicherungsgeschäft gegenüber dem Vorjahr stabil blieben, verbesserten sich Gewinne aus dem Kapitalanlage-Geschäft um satte +28 Prozent auf 335 Mio. Euro.

Höhere Solvenzquote trotz Rückgang der Eigenmittel

Trotz Rückgang der regulatorischen Eigenmittel von 45,9 auf 44,1 Mrd. Euro stieg die Solvenzquote von 207 auf 216 Prozent. Der Rückgang von 1,8 Mrd. Euro ist vor allem auf die Dividendenauszahlung im Jahr 2018 für das Geschäftsjahr 2017 zurückzuführen (1,4 Mrd. Euro). Das statuarische Eigenkapitals nach IFRS sank von 26,2 auf 24,6 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalrendite 2018 liegt mit 13,4 Prozent knapp über dem Ziel von 13 Prozent. Für 2019-21 soll das Ziel auf 11,5 Prozent p.a. gesenkt werden. Um dies zu erreichen, soll im Lebensegment verstärkt auf weniger kapitalintensive Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung gesetzt werden. Liquiditätsseitig konnten 1,5 Mrd. Euro aus dem Verkauf von ausländischen Gesellschaften erzielt werden, davon eine Mrd. Euro für das deutsche Lebensversicherungs-Portfolio. Die Zinsgarantien für das Neugeschäft konnte in der Eurozone auf null Prozent und weltweit von 28 auf 18 Basispunkte reduziert werden. Im Bestand betragen die Zusagen an LV-Kunden für die Mindestverzinsung noch 1,36% per annum im Schnitt.

 

Auch beim Personal setzt die Geschäftsleitung auf Effizienz. Laut Geschäftsbericht werden mit weniger Mitarbeitern (-0,8 Prozent gegenüber 2017 auf 70,000) mehr Kunden (plus sieben Prozent ) zufriedengestellt. Ob hier die Zählweise mitursächlich war, lässt der Geschäftsbericht offen. Cristiano Borean, Group CFO, betont, dass er in Zukunft noch mehr Wert auf Kapital-effizientes Wirtschaften der operativen Einheiten legen werde. Ungenutztes Kapital müsse in Zukunft an die Gruppe abgeführt werden. In Frankreich bedeutete das schon 2018 eine Rückgabe von zusätzlich 100 Mio. Euro an die Holding in Triest. Wachstumsmärkte hingegen sollte bei der Dividendenabführung geschont werden.

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