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Märkte & Vertrieb

Versicherer fallen selten mit unlauterem Wettbewerb auf

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn es Verstöße gegen unlauteren Wettbewerb geht, bekleidet die Finanzbranche weiterhin einen Platz im hinteren Feld. Von den rund 10.943 (10.478) Anfragen und Beschwerden, welche bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs Frankfurt am Main e.V. 2018 eingingen, betrafen die Gruppe "Banken, Versicherungen, Versicherungsvermittler und Finanzdienstleister" zusammen nur 147 (142). Spitzenreiter war wie in den Vorjahren mit 1.126 (1.084) Fällen die Gesundheitsbranche.

In ihrem Jahresbericht listet die Selbstkontrollinstitution der gesamten Wirtschaft unter Versicherungen "irreführende Werbung", "belästigende Werbung" und zwei Fälle, in denen gegen das Provisionsabgabeverbot verstoßen wurde. Bei den Verstößen gegen das Provisionsabgabeverbot handelte es sich jeweils um beim Versicherungsabschluss verschenkte Einkaufsgutscheine. In einem Fall ging es um einen Versicherer, der beim Abschluss eines Motorradversicherungsvertrages einen Einkaufsgutschein für ein Spezialgeschäft für Motorradzubehör und Bekleidung über 25.00 Euro vergab, im zweiten Fall um einen Direktversicherer, der für den Online-Abschluss von Risikolebensversicherungsverträgen mit 50-Euro-Gutscheinen für ein großes Online-Versandhaus geworben hatte. Die Wettbewerbszentrale weist auf die gesetzliche Regelung hin, wonach eine Belohnung oder ein Geschenk an den Versicherungsnehmer nicht den  Gesamtwert von 15,00 Euro pro Versicherungsverhältnis und Kalenderjahr übersteigen darf.

 

Beide Versicherer unterzeichneten eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Der Unterlassungsvertrag gegen den Direktversicherer wurde zwischenzeitlich aber wieder aufgehoben, da die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die neuen gesetzlichen Regelungen in einem Vertriebsrundschreiben dahingehend ausgelegt hat, dass bei mehrjährigen Versicherungsverträgen die Prämie von 15,00 Euro addiert werden darf. Von wachsender Bedeutung sind laut Reiner Münker Wettbewerbsverletzungen gegen oder im Zusammenhang mit Internetportalen. Hier berichtete das geschäftsführende Präsidiumsmitglied der Wettbewerbszentrale in der Jahrespressekonferenz zwar von alten Bekannten wie Check24 und Verivox, aber auch Bereichen jenseits der Assekuranz.

 

Im Jahr 2018 bis heute habe die Wettbewerbszentrale in 20 Fällen Beanstandungen gegenüber verschiedenen Betreibern von Vergleichs- und Vermittlungsportalen ausgesprochen. Betroffen waren Portale aus verschiedensten Bereichen: Augenlaservergleich, Immobilienvermittlung oder Mobilfunk-Leistungen. In den allermeisten Fällen geht es um fehlende Transparenz oder Irreführungen. "Die Maßstäbe eines lauteren Wettbewerbs fordern auch schon nach der heutigen Gesetzeslage von den Internetportalen mehr Transparenz. Fairer Wettbewerb bedeutet, dass man klar zu erkennen gibt, ob das Portal tatsächlich neutrale Dienste leistet oder ob es etwa wegen vereinbarter Provisionszahlungen eigene Interessen verfolgt. Für den Nutzer macht gerade das den entscheidenden Unterschied aus", so Münker.

Wettbewerbszentrale
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