Roman Rittweger, CEO und Gründer von Ottonova
Roman Rittweger, CEO und Gründer von OttonovaQuelle: Ottonova
Unternehmen & Management

Rittweger: "Bis Ende 2019 könnte es Kooperationen mit Vergleichsportalen geben"

Von Martin WinkelTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seit rund anderthalb Jahren buhlt Ottonova als "erster digitaler Krankenversicherer" um die Gunst der Kunden. Dabei erntete das Insurtech auch deutliche Kritik. Mal wurde dem Unternehmen unterstellt, dass es oft nur "nur unterdurchschnittliche Leistungen und Prämien" biete. Dann hieß es wieder, man habe bislang immer noch weniger als 1.000 vollversicherte Kunden. VWheute hat mit CEO und Gründer Roman Rittweger über die aktuelle Situation exklusiv gesprochen.

Herr Rittweger, was ist Gesundheit für Sie?

Ich sehe Gesundheit als ein allgemeines Wohlbefinden an. Hierauf spielen eine Menge Faktoren ein, die nicht nur die Abwesenheit von Krankheit beinhalten - Ernährung, sportliche Aktivität und ein geregeltes und förderndes Umfeld sind mindestens ebenso wichtige Aspekte

Das Produktsortiment von Ottonova ist noch begrenzt. Auf welche Produktinnovationen der PKV können sich Verbraucher 2019 freuen?

2019 fokussieren wir uns darauf, die Kundenerfahrung so angenehm wie möglich zu gestalten. Außerdem wollen wir unser Tarifangebot um drei zusätzliche Zahnzusatzversicherungen und einen stationären Krankenhaus-Schutz erweitern. Wichtig ist auch, dass Interessenten der Krankenversicherung Ottonova in Zukunft über deutlich mehr Vertriebspartner finden können. Hierfür werden wir selektiv mit großen digital affinen Vermittlern zusammenarbeiten. Wir sehen die Rolle der Vermittler vor allem bei den Zusatzversicherungen mit Onlineabschlussoption und in der Vollversicherung bieten wir Vermittlern Mehrwerte durch ungewohnte Einfachheit, Geschwindigkeit und Preis/Leistung. Bis Ende 2019 wird es möglicherweise Kooperationen mit Vergleichsportalen geben. Das ist eine Aufgabe für unseren neuen Vertriebsvorstand Jesko David Kannenberg, der vom Gothaer Direktversicherer Asstel zu uns gekommen ist.

Manche Kritiker sagen, Insurtechs hätten zwar gute Ideen, aber nicht die Finanzkraft und eine ausreichend starke Organisation, diese auch auf die Straße zu bringen.

Das können wir nur bedingt bestätigen. Zum einen hat Ottonova durch eine Reihe erfahrener Investoren die finanzielle Kraft weiter tatkräftig an einer soliden gesunden Organisation zu arbeiten. Zum anderen sind wir durch das zweite Standbein B2B durchaus in der Lage, diese guten Ideen auch in Zukunft umzusetzen.

Welchen Einfluss nehmen Ihre Aktionäre?

Debeka ist nicht im Aufsichtsrat und hat daher keinen direkten Einfluss. Unsere Finanzinvestoren bringen vor allem Know-how, wie ein digitales Unternehmen nach der Plattformlogik schnell vergrößert werden kann. Wir lernen voneinander und unterstützen uns gegenseitig - sind ansonsten aber frei.

Haben Sie keine Sorge, Wettbewerber zu unterstützen und so Ihre eigenen Wachstumspläne zu torpedieren?

Nehmen Sie das Beispiel Amazon, die ihre Technologie auch anderen Händlern zur Verfügung stellen. So ähnlich verhält sich das in unserem Falle: Unser Geschäftsmodell basiert auf einer Plattform. An diese können wir auch andere private Krankenversicherer anschließen. Wir bieten unsere Technologie also ganz bewusst unseren Mitbewerbern an. Der Plattformgedanke ist der Kern der Disruption bestehender Geschäftsmodelle. Es geht darum, Ökosysteme digital zu erschließen. Ziel unserer Plattform ist es, Anbieter und Kunden von privater Krankenversicherung optimal zusammenzubringen.

Was wird sich langfristig in Deutschland durchsetzen, GKV oder PKV?

Das Miteinander der beiden Systeme.
Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.
Ottonova · Roman Rittweger
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