Hamburg, neuerdings Sitz des BdV
Hamburg, neuerdings Sitz des BdVQuelle: www.clearance images.de / www.pixelio.de / PIXELIO
Köpfe & Positionen

Kleinlein kritisiert erneut die Gothaer Abschlusskosten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Weiter geht es im Streit BDV gegen Gothaer: Die Riester-Rente "ReFlex" der Kölner habe "maßlos hohe Kosten", erklärte der Chef des Bundes Axel Kleinlein für Versicherten (BDV) kürzlich. Die Gothaer konterte, die vom BDV genannten Kosten seien einseitig errechnet, tatsächlich wären die Kosten geringer. Kleinlein will das nicht auf sich sitzen lassen und mahnt die Kölner nun zu "Kostenehrlichkeit".

Die Bund der Versicherten hatte Abschlusskosten von 160 Promille bei der "Reflex" berechnet, die Rechnung ergebe sich aus Angaben der Gothaer zum Produkt. "Bei den von uns veröffentlichten Zahlen handelt es sich um solche, die die Gothaer ohne das Zutun des BdV selbst im Produktinformationsblatt veröffentlicht“, erklärt Kleinlein. Diese würden zu einer Abschlusskostenquote von 16,3 Prozent führen, trotzdem beharre die Gothaer weiter darauf, dass sie nur 2,5 Prozent erheben würde. "Es ist dringend Zeit, dass die Gothaer Kostenehrlichkeit ernst nimmt", kritisiert Kleinlein.  

 

Die Gothaer begründet ihre Darstellung geringerer Kosten damit, dass zusätzliche Abschlusskosten in Abhängigkeit vom Anlageerfolg erhebt. Gegenüber VWheute erklärte der Versicherer: "Die vom Bund der Versicherten kritisierte Höhe der Abschlusskosten von 160 Promille basieren auf einer einseitigen Darstellung der Kostenermittlung des BdV. Tatsächlich berechnen wir von den Beiträgen und Zulagen unserer Kunden 25 Promille Abschlusskosten, allerdings fallen zusätzliche Abschlusskosten abhängig von der Performance der zugrunde liegenden Kapitalanlage an."

 

Überraschungskosten bei Riester?

 

Das sieht Kleinlein anders: "Die Gothaer beschönigt unehrlich die Abschlusskostenquote, indem sie einfach einen Teil der Kosten nicht einrechnet", erklärt Kleinlein. Zudem sei es unüblich, erst in der Zukunft entstehende Kosten als Abschlusskosten anzusetzen, letztere sollten ja nur für das Begleichen der für den Abschluss entstehenden Kosten erhoben werden. "Es wäre fatal, wenn die Gothaer zukünftige Erträge aus dem Vertrag rückwirkend als Abschlusskosten etwa in Form von Zusatzprovisionen den Vermittlern zukommen ließe", moniert Kleinlein. Dies würde zu Lasten der Kunden und auch der Steuerzahler geschehen.

 

 "Die Gothaer kalkuliert die Abschlusskosten, ohne plausibel zu machen, auf welche Annahmen sie sich stützt“, erläutert Versicherungsmathematiker Kleinlein. "Dieser Vertrag ist in Sachen Abschlusskosten eine Wundertüte – mit bösen Überraschungen."

Was die Gothaer wohl dazu sagt?

 

Bund der Versicherten · Gothaer · Riester-Rente
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