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2018: Trend bei Aktienfondsanlage hält an – Vorsorge ohne Lebensversicherung?

Von Sabine T. RuhTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das vierte Jahr in Folge stieg die Zahl der Aktionäre und Aktienfonds-Besitzer. Damit lag ihre Zahl im Durchschnitt um rund 250.000 höher als im Vorjahr - die Quintessenz der vom Deutschen Aktieninstitut aktuell veröffentlichten Studie "Aktionärszahlen 2018". Rund 10,3 Millionen und damit 16,2 Prozent der Deutschen über 14 Jahre besitzen Aktien- oder Aktienfonds.

"Wir freuen uns,", so Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, "dass sich das Interesse an Aktien- und Aktienfondsanlage in den letzten Jahren spürbar verfestigt hat. Rund jeder sechste Bundesbürger war 2018 in der ein oder andern Form in Aktien investiert." Damit zeigt sich ein stabiler Trend, der seit 2007 anhält. Denn zuletzt lag in den Jahren 2006 und 2007 die Anzahl der Aktien/Aktienfonds-Besitzer auf diesem Niveau. Interessant dabei: 2018 interessierten sich die privaten Anleger vor allem für die indirekte Aktienanlage. So wuchs die Zahl der Aktienfondsbesitzer um 617.000. Dagegen ist bei der Direktanlage ein Minus von 373.000 Aktionären zu verzeichnen. 

Umdenken durch Niedrigzinsphase?

"Zuversichtlich für die nächsten Jahr stimmt, dass der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre alle Bevölkerungsgruppen erfasst hat und auch die jüngeren Jahrgänge stärker an Aktien interessiert sind", erläutert Bortenlänger.  Damit verfestigt sich seit einigen Jahren durch die verschiedenen Altersgruppen ein Trend hin zur Aktien- und Aktienfondsanlage für Vermögensbildung und Altersvorsorge - auch wenn das Niveau der Jahrtausendwende und vor der damaligen Finanzkrise von maximal 12,8 Millionen in 2001 noch nicht erreicht ist. Ein Grund dafür könnte die langanhaltende Niedrigzinsphase sein, die Zinsprodukte, aber auch die klassische Lebensversicherung, für Bevölkerungsteile weniger lukrativ erscheinen lässt.

 

Dabei ist die Demographie der Aktienbesitzer attraktiv: Nach Informationen des Deutschen Aktieninstituts verfügen überproportional viele Aktionäre und Aktienfondsbesitzer über ein relativ hohes Bildungsniveau und zudem über ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen. Dazu kommt, dass nach Aussagen der Studie die jüngere Generation seit 2014 verstärkt am Aktienmarkt aktiv ist. Der Anteil sei dabei von 8,1 auf 11,1 Prozent angestiegen. In absoluten Zahlen bedeutet dies einen Zuwachs von 605.000 Anlegern, davon 109.000 allein im letzten Jahr. Eine Zielgruppe, die sich vermehrt Gedanken um ihren Vermögensaufbau und vor allem um ihren Lebensstandard im Alter machen muss.

Forderung: auf Aktien in der Altersvorsorge setzen

Für Bortenlänger kann die umlagenfinanzierte staatliche Rente allein den Lebensstandard der Bevölkerung zukünftig nicht mehr ausreichend sichern. Zudem müssten die jüngeren Generationen, die die zunehmende Rentenlast des Umlagesystems zu tragen habe, entlastet werden: "Deswegen muss die Politik auf Aktien in der Altersvorsorge setzen." Doch auch ohne diese politische Unterstützung könnte die Niedrigzinsphase für ein Umdenken und Umlernen sorgen. Schließlich sind die niedrigen Zinsen längst ein Dauerzustand, mit dem sich die privaten Anleger arrangieren müssen. Und für viele junge Menschen ist dies gelernte Realität. Dies könnte einen festen Trend hin zur Aktienfondanlage etablieren - und damit weg von der Lebensversicherung.   

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