Ulrich Wallin
Ulrich WallinQuelle: Hannover Rück
Unternehmen & Management

Zum Abschied von Wallin: Ein Bonbon für die Aktionäre

Von Claudia Schmidt-WehrmannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit der Vorlage seiner 10. Bilanz verabschiedet sich der Vorstandschef der Hannover Rückversicherung SE, Ulrich Wallin, der mit Ablauf der Hauptversammlung am 8. Mai aus diesem Amt ausscheidet. Er gab ihr die Note gut, aber nicht spektakulär. Alle Ziele seien erreicht worden. Die wichtigsten Bilanzzahlen waren bereits vor wenigen Wochen veröffentlicht worden, nicht jedoch die Höhe der Dividende. Für die Aktionäre hat Wallin noch das erwartete Bonbon: Sie erhalten eine "attraktive" Gesamtausschüttung von 5,25 (Vorjahr: 5,00) Euro, wobei die Basisdividende auf 3,75 (3,50) Prozent angehoben wird, während die Sonderzahlung bei 1,50 Euro bleibt.

Das Jahr 2018 war gekennzeichnet durch ein kräftiges Wachstum der Bruttoprämie um 7,8 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro, eine zweistellige Verbesserung von Ebit (1,6 Mrd. Euro, +17,0 Prozent) und Konzerngewinn (1,1 Mrd. Euro, +10,5 Prozent). Die Ergebnisverbesserung ist zu sehen vor dem Hintergrund der erneut signifikanten Großschäden durch Hurrikans und vor allem durch die Waldbrände in Kalifornien sowie der nochmals hohen Einmalbelastung  im US-Mortalitätsgeschäft der Personen-Rückversicherung. Als Highlights bezeichnete Wallin die Kapitalanlagerendite, die mit 3,2 Prozent die Zielmarke von 2,7 Prozent wieder deutlich übertrifft sowie die "ungewöhnlich" hohe – auch im Vergleich zur Konkurrenz – Eigenkapitalrendite von 12,2 (10,9) Prozent. Nachdem 2017 wegen der Rekordschäden der gesamte Aktienbestand veräußert und so das  Kapitalanlageergebnis zugunsten des Gewinns und der Aktionäre stark aufgebessert worden war, fiel es 2018 natürlich kleiner aus; es sank um 13,7 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. In Aktien ist die Hannover Rück noch nicht wieder engagiert. Pläne liegen aber in der Schublade, sagte Finanzvorstand Roland Vogel.

In der Schaden-Rückversicherung, in der die Bruttoprämie um "erfreuliche" 11,8 Prozent auf 12,0 Mrd. Euro zulegte, sprengten Großschäden mit 849,8 (1.127,3) Millionen Euro das eingeplante Budget von 825 Mio. Euro. Das Budget für Großschäden wird daher auch 2019  auf 875 Mio. Euro aufgestockt, wozu allerdings auch die Geschäftsausweitung und der "Risikoappetit“ beitragen. Wallin hob hervor, dass sich die zur Risikoabdeckung aktiv betriebene Retrozession in Schadenjahren bewährt und zu besseren Ergebnis führt als bei manchen Wettbewerbern. Größte Schadenbelastungen verzeichnete die Hannover Rück durch den Taifun "Jebi" in Japan (134,7 Mio. Euro netto) und den US Waldbrand "Camp" (129,5 Mio. Euro). Neben weiteren Waldbränden in Kalifornien trafen auch Hurricans und der Sturm "Friederike" in Europa die Hannover Rück hart. Hohe Belastungen waren zudem im Industrie-/Feuergeschäft sowie im Kredit und Kautionsgeschäft zu verbuchen. Die Schaden-/Kostenquote sank dennoch nach dem weltweit teuersten Schadenjahr der Geschichte von 99,5 auf 96,5 Prozent und lag damit nur knapp über dem Zielwert von 96 Prozent.

Für das laufende Jahr ist Wallin positiv gestimmt. Er sieht gute Chancen für ein weiter profitables Wachstum. Der Konzerngewinn soll wie berichtet wieder in der Größenordnung von 1,1 Mrd. Euro liegen - und lässt so Wallin "Fantasie nach oben". Zur Gewinnsteigerung soll die Personen-Rückversicherung kräftig beitragen, da die Lasten durch das US-Mortalitätsgeschäft weitgehend bewältigt sind. Wallin selbst will offensichtlich seine von Mai an wiedergewonnen Freiheit zum Entspannen, Reisen und Verbesserung seines Golf-Handicaps nutzen. Er wechselt auch nicht in die Aufsichtsräte von Hannover Rück und E+S Rück. Ganz wird er wohl aber nicht der Rückversicherungswelt den Rücken kehren.

Ulrich Wallin · Hannover Rück · Rückversicherer
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