FDP und Verbraucherschützer gegen Anbieter von Restschuldversicherung
FDP und Verbraucherschützer gegen Anbieter von RestschuldversicherungQuelle: Rike / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

FDP und Verbraucherschützer kriegen sich mit Restschuldversicherern in die Wolle

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es ist eine nicht alltägliche Vereinigung gegen die Restschuldversicherung. Verbraucherschützer und FDP wettern gemeinsam gegen die Absicherung und fordern von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), dagegen vorzugehen. Eine Anfrage an die Bundesregierung liefert Material für die Anklage.

Die Vorwürfe gegen die Restschuldversicherung sind bekannt, riesige Provisionen, Wucherzinsen und Druck auf die Konsumenten bei Abschluss. Die Finanzindustrie erzielt hohe Gewinne mit den Versicherungen, die bei Zahlungsunfähigkeit des Konsumenten einspringen, beispielsweise bei Krankheit oder Tod. Die derzeitige Diskussion geht auf eine Anfrage zurück, die der FDP-Abgeordnete Frank Schäffler an die Bundesregierung stellte.

 

Knapp 1,6 Millionen Restschuldversicherungen hatten im Jahr 2017 gemeinsam eine Versicherungssumme von mehr elf Milliarden Euro. Für über 99 Prozent der Versicherten würde sich der Schutz allerdings nicht lohnen, meldet finanznachrichten.de. Nach Angaben der Bundesregierung übernahm die Versicherung nur in 0,2 Prozent aller Fälle die Zahlung. "Die Praxis des Verkaufs von Restschuldversicherungen grenzt an Sittenwidrigkeit", sagte der Abgeordnete.

 

Restschuldversicherungen würden zudem häufig unter Druck verkauft, dem Interessenten werde suggeriert, dass sein Kredit vom Abschluss der Versicherung abhänge. Die Verbraucherzentralen schließen sich der Kritik an, die Restschuldversicherungen seien "wahre Gelddruckmaschinen", erklärt stellvertretend die Verbraucherschützerin Dorothea Mohn.

 

Der Angegriffene kommt zu Wort

 

Etwas anders beurteilt ein Anbieter der gescholtenen Versicherungen den Sachverhalt, BNP Paribas Cardif. "Die Restkreditversicherung ist ein sinnvolles Produkt, mit dem die häufigsten Risiken für Überschuldung abgesichert werden können. Dies wird von großen Teilen der Politik auch so gesehen, wie ich in vielen Gesprächen in Berlin erfahren durfte. Ein Vergleich mit Großbritannien ist aus meiner Sicht unzulässig. Dort gab es massive Fehlverkäufe und ein Marktversagen, das ein Eingreifen des Regulators notwendig machte. In Deutschland ist dies nicht der Fall: Die Gesamtzahl der Beschwerden zum Produkt sei in Anbetracht der Größe des Marktes und der permanenten öffentlichen Kritik an diesem Produkt ‚überraschend gering‘, wie die BaFin selbst in ihrem Bericht zur Marktuntersuchung festgestellt hatte. Zudem zeigen aktuelle Untersuchungen von GFK und VDA, dass die Versicherten sehr zufrieden mit dem Produkt sind“, betont David Furtwängler, Hauptbevollmächtigter BNP Paribas Cardif Deutschland.

BNP Paribas Cardif · Restschuldversicherung · FDP · Verbraucherschutzzentrale Hamburg
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