Alexander Huber ist Marketingchef von One.
Alexander Huber ist Marketingchef von One.Quelle: One Insurance
Unternehmen & Management

Insurtech One: "Versicherungen sind das schwerste, was man vertreiben kann"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seit Juni 2017 ist die Wefox-Tochter One Insurance auf dem Markt und hat bereits 70.000 Kunden gewonnen. „Durch unsere Technik brauchen wir dafür nur vier Sachbearbeiter“, erklärt One-Marketing-Chef Alexander Huber im Interview mit Gründerszene.

„Um vom Start weg unsere Marke zu etablieren und Vertrauen aufzubauen, haben wir mehr Geld in die Hand genommen und später die Ausgaben verringert. Mittlerweile liegen die Marketingkosten, um einen Kunden zu gewinnen, zwischen 30 und 35 Euro.“ Diese Kosten trägt die Mutter Wefox, gibt er zu. „Das lohnt sich für das Unternehmen, weil es dem Kunden später noch andere Produkte verkaufen kann. Die 30 bis 35 Euro beziehen sich jedoch auf unseren eigenen Direktkanal. Zum Beispiel Kunden, die wir über Soziale Netzwerke direkt gewinnen konnten. Bislang kommen knapp 90 Prozent der Kunden über Maklerplattformen wie Check24 oder Wefox“, sagt Huber.

 

Laut dem Schätzungs-Tool von Priori Data kommt die One-App auf 23.000 Downloads, bei 70.000 Kunden. Huber gibt zu verstehen, dass in der Tat nicht alle Kunden die App nutzen.Kunden, die beispielsweise über Makler zu uns kommen, sind oft älter und nicht alle wollen die Daten selber in der App eintragen.“

Weniger Betrugsfälle als gedacht

Versicherungen sind für Huber ein typisches Push-Produkt. „Für manche Versicherungen bedarf es viel Beratung, daher hat der Makler auch weiterhin eine Daseinsberechtigung. Aus Marketingsicht gehören Versicherungen zu den schwierigsten Produkten, die man vertreiben kann.“ Dennoch glaub er dieses Problem überwinden zu können. Wir wollen die Versicherung von One bei anderen Unternehmen integrieren. Zum Beispiel, wenn du online ein Fahrrad kaufen möchtest, bekommst du direkt eine Fahrradversicherung angeboten. Auch klassische Versicherer müssen dringend anfangen in digitalen Ökosystemen zu denken.

 

Die meisten Schäden bei One sind Elektronikgeräte in einem Wert von unter 100 Euro. Wird ein Laptop beispielsweise geklaut, muss der Kunde im Chatbot ein paar Fragen beantworten und einen Bericht von der Polizei fotografieren und in der App hochladen. „Natürlich gab es Betrugsfälle. Es sind rund ein Dutzend pro Monat. Gerade bei einem jungen Anbieter wollen es die Leute erst einmal versuchen. Wir hätten aber mit weitaus mehr gerechnet.“

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