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Politik & Regulierung

Milliardendefizit bei der Pflegeversicherung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die gesetzliche Pflegeversicherung hat im vergangenen Jahr ein deutliches Minus von 3,5 Mrd. Euro gemacht und musste dabei auf ihre Finanzreserven zurückgreifen. Diese betragen derzeit etwa 3,37 Mrd. Euro. 2017 betrugen die Rücklagen noch etwa 6,9 Mrd. Euro. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheits­ministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion. 

Die Ursachen für den Ausgabenanstieg liegen auch an den umfangreichen Reformen der vergangenen Jahre. Nach Einführung von fünf Pflegegraden anstelle von drei Pflegestufen sind insbesondere Menschen mit demenziellen Einschränkungen stärker anspruchsberechtigt. Pflegende Angehörige wurden ebenfalls besser gestellt. Bereits im Januar kam eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zu dem Ergebnis, das die Pflegeversicherung in den kommenden Jahren deutlich teurer werden wird. Zwischen 2025 und 2045 werde der Beitrag auf 4,25 Prozent steigen müssen. Die Studie geht davon aus, dass bis 2045 fünf Millionen Menschen Pflege benötigen.

 

Bereits zum Jahresbeginn wurde der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch Mehreinnahmen in Höhe von 7,6 Mrd. Euro. Begründet wurde Beitragsanstieg mit besseren Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sowie mit einer wachsenden Zahl an Leistungsempfängern. Bis 2022 sind nach jetzigem Stand indes keine weiteren Beitragserhöhungen geplant.

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