Gesetzliche und private Krankenversicherer
Gesetzliche und private KrankenversichererQuelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Marburger Bund warnt vor Datenweitergabe gegen finanzielle Vorteile

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Elektronische Gesundheitsakten gehören bei den gesetzlichen und privaten Krankenversicherern zunehmend zum Alltag - siehe Vivy. Der Marburger Bund hat nun die gesetzlichen und privaten Krankenversicherer dazu aufgefordert, von ihren Versicherten verlangen dürfen, Krankheitsdaten preiszugeben, indem sie beispielsweise finanzielle Vorteile versprechen. Ein solches Verwendungs- und Weitergabeverbot muss auch für elektronische Gesundheitsakten gelten, heißt es in einem Positionspapier.

"Wir sehen die großen Chancen, die in der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen liegen, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Die elektronische Patientenakte kann eine gezieltere Diagnostik und Therapie unterstützen, den vertrauensvollen Austausch und die gemeinsame Entscheidungsfindung von Patienten und Ärzten stärken und überflüssige Untersuchungen und Informationsverluste an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung vermeiden helfen", betont Peter Bobbert, Mitglied im Bundesvorstand des Marburger Bundes. Allerdings müsse "absolut sichergestellt sein, dass Informationen über Behandlungen, Medikamenteneinnahmen, genetische Dispositionen und andere gesundheitsrelevante Sachverhalte nicht in die Hände unbefugter Dritter gelangen".

 

Daher will der Marburger Bund nach eigener Aussage "mögliche Alternativen der Datensicherung in Erwägung ziehen" und "nicht nur auf die Vorstellungen der Krankenkassen setzen", die ihre Aktenprojekte derzeit vorantrieben. "Bevor einseitig allein Anwendungen der Vorzug gegeben wird, bei denen Krankheitsdaten ausschließlich auf zentralen Servern gespeichert werden, sollten alternative Wege der Datenvorhaltung geprüft und im Falle einer positiven Begutachtung in die weiteren Überlegungen zur Einführung von elektronischen Patientenakten einbezogen werden", heißt es weiter.

 

Dennoch hält der Ärzteverband die elektronische Gesundheitskarte für "besser als ihren Ruf". So habe der Gesetzgeber bereits die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass wichtige Notfalldaten auch unabhängig von der Möglichkeit des Zugriffs auf eine elektronische Patientenakte verfügbar sind.

Krankenversicherer · Marburger Bund
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