Schlaglicht

Giovanni Liverani: "Vertrieblich gesehen sind wir der stärkste Versicherungskonzern in Deutschland"

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Generali Deutschland hat in den letzten Jahren für erheblichen medialen Wirbel gesorgt: Angefangen vom groß angelegten Konzernumbau über den Verkauf der Lebensparte an Viridium bis hin zur Gründung eines eigenen Kunstversicherers. Anlass genug, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Im Exklusiv-Interview mit der Versicherungswirtschaft äußert sich Konzernchef Giovanni Liverani zum aktuellen Status quo.

Herr Liverani, welche Pläne verfolgen Sie für die Generali für das Geschäftsjahr 2019, wo liegen Ihre Schwerpunkte?

2018 haben wir unsere Transformation und den Konzernumbau mit hoher Energie erfolgreich umgesetzt. Mit dem Jahr 2019 fängt nun eine neue Ära an, unter dem Stichwort: Wachstum, Wachstum, Wachstum. In drei Dimensionen: wir haben bereits unsere vertriebliche Schiene deutlich verstärkt. Vertrieblich gesehen sind wir der stärkste Versicherungskonzern in Deutschland und diesen Vorteil wollen wir nutzen, um profitabel zu wachsen. Wir werden auch im Bereich der Kapitalrendite wachsen, weil wir unsere Kapitalstruktur deutlich verschlankt und effizienter gemacht haben.

Das bedeutet konkret?

Dass wir schon heute unsere Produktfamilie erneuert und uns mit Generali Vitality, Generali Mobility und Generali Domocity gewissermaßen neu erfunden haben. Genau da machen wir jetzt weiter und werden diese Entwicklung deutlich beschleunigen, damit wir der innovativste Versicherer in Deutschland und in Europa werden. Hier gibt es zahlreiche Initiativen und über diese Initiativen werden wir weiter wachsen.

Welche unternehmerischen Chancen erhoffen Sie sich aus dem Deal mit Viridium?

Der Verkauf der Generali Leben an Viridium im Rahmen einer strategischen Partnerschaft erlaubt es uns, einerseits viel Kapital freizusetzen, andererseits erfüllen wir so weiter unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden bis zum letzten Tag ihres Vertrags. Und schließlich generieren wir auch Wachstum aus unserer Rolle als Innovationsführer.

Wie entwickelt sich das Geschäft rund um den Bereich Vitality? Welche Produktinnovationen sind noch zu erwarten? Wann präsentieren Sie die ersten Zahlen?

Der Bereich Generali Vitality ist ein gutes Beispiel dafür, was wir als Smart-Insurance-Offensive bezeichnen. Dies ist ein Produkt, mit dem wir unseren Kunden zeigen, dass wir nicht nur "die gute alte Rolle" als Versicherer besetzen. Das tun wir natürlich auch weiterhin: Für Kunden da zu sein, wenn Schäden entstehen und sie vor finanziellen Belastungen zu schützen und sie zu entschädigen.

Wie wollen Sie diese Rolle ausweiten?

… mit Assistance-Dienstleistungen während eines Schadens und mit zielgerichteter Prävention vor dem eigentlichen Schaden. Das organisieren wir über die Smart-Insurance-Offensive und Generali Vitality ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Generali Vitality wurde vor zwei Jahren auf den Markt gebracht und mittlerweile hat das Gesundheitsprogramm eine sehr interessante Entwicklung genommen.

Wie steht es um die Verträge?

Insgesamt haben wir, nicht nur bei Generali Vitality, sondern auch mit Generali Domocity, Generali Mobility und Cyber Security - also über unsere gesamte Smart-Insurance-Produktpalette - die Marke von 200.000 Verträgen überschritten.

Sie haben im Rahmen der Florenz-Ausstellung in der Alten Pinakothek in München bekannt gegeben, in die Kunstversicherung einzusteigen. Was hat es damit auf sich, welche Pläne verfolgen Sie mit diesem Schritt?

Kunstversicherung ist ein Nischenmarkt, der sehr profitabel sein kann. Noch haben wir kein dezidiertes Angebot, aber wir entwickeln es ganz aktuell. Wir sind der Meinung, dass die Kunstversicherung ein sehr großes Potenzial hat, sowohl was die Erträge als auch den Imagefaktor anbelangt. Wir werden im Laufe das Jahres 2019 diese globale Businessline von Deutschland aus anstoßen. Wir sind davon überzeugt, dass dies ein sehr profitabler und reputationsmäßig wichtiger Bereich ist und wir wollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Unser Ziel ist es, die Nummer Eins in diesem Bereich zu werden.

Zum Schluss die Frage Herr Liverani, welche Dynamik erwarten Sie künftig in der Versicherungsszene beim Thema Transaktionen und Merger and Acquisition?

Ich glaube, dass es weiter gehen wird. Es gibt einige Bereiche, wie zum Beispiel das Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland mit den Niedrigzinsen und hohen Garantien, die natürlich den Druck auf den Markt zu Konsolidierungen erhöhen. Es gibt auch andere Bereiche, die aufgrund mangelnder Ertragsfähigkeit eine weitere Konsolidierung brauchen. Beim Thema M&A glaube ich, dass wir in Zukunft weitere Gelegenheiten und Chancen sehen werden. Vor allem bei Versicherern, die das Kapital oder die Kapitalstärke haben, dies in Angriff zu nehmen. Auch wir sind dazu bereit: Unsere Strategie "Generali 2021" sieht vor, ganz genau die Ressourcen und die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit wir in der Lage wären, solche Chancen zu nutzen, sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet.
Das vollständige Interview mit Giovanni Liverani lesen Sie in der neuen März-Ausgabe der Versicherungswirtschaft.
Generali Deutschland · Giovanni Liverani
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