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Experiment Blockchain: Huk-Coburg, Ergo und Talanx überraschend offen, R+V und Debeka kritisch

Von Peter HermannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kryptowährungen sind vor allem bei jüngeren und risikobereiteren Anlegern beliebt. Nach und nach interessieren sich auch Unternehmen der Finanzbranche für das Thema. Dabei stehen weniger die verschiedenen Varianten des virtuellen Cashs wie Bitcoin, Etherum und Co, sondern das Blockchain-Verfahren selbst im Blickpunkt. Die Branche bekundet im Rahmen einer Kurzumfrage des Magazins Versicherungswirtschaft ein starkes Interesse. Vorbehalte und Berührungsängste sind dennoch spürbar.

Thomas Rudolf, Berater im Bereich Digitale Transformation bei der R+V äußerte sich in ähnlicher Weise: „R+V beschäftigt sich seit Längerem intensiv mit Blockchain und steht der Technologie sehr offen gegenüber. Allerdings muss der Blockchain-Einsatz sinnvoll und wirtschaftlich sein. Ein Ergebnis ist, dass Blockchain zwar in vielen Fällen zum Einsatz kommen könnte, dies aber nicht zwingend notwendig ist. Oft gibt es kostengünstigere und weniger komplexe technologische Ansätze, die besser geeignet sind.“

 

Die Huk-Coburg erklärt: „Die Blockchain-Technologie bietet sicherlich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Wir sind dabei zu testen, was uns in Zukunft helfen könnte, den Kunden noch bessere, schnellere und sichere Services zu bieten. Wichtig ist für uns, mit der neuen Technologie zu experimentieren und Erkenntnisse zu gewinnen. Da sind wir momentan insbesondere in Zusammenarbeit mit dem GDV dabei.“

 

Vorbehalte und Berührungsängste

 

Dagegen waren die Antworten der Debeka merklich zurückhaltender. Hier erklärte man zwar, dass Blockchain langfristig für das Versicherungsunternehmen eine relevante Option sei, man sich aber derzeit noch nicht intensiver mit dem Thema beschäftige. Blockchain werde bisher noch nicht eingesetzt.

 

Der für zahlreiche Menschen abschreckende Vorwurf, der Kryptowährungen immer wieder gemacht wird, nämlich die Verwendung für kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche, gilt nicht für das damit in Verbindung stehende Transaktionsverfahren. Beim Blockchain-Verfahren selbst werden einzelne Transaktionen – Internet-basiert – zu Blöcken zusammengefasst und kettenförmig in einer Reihe angeordnet. Auf diese Weise entsteht eine Art Kontoführungsbuch.

 

Der wichtigste Unterschied jedoch ist, dass es bei allen anfallenden Transaktionen keinen Intermediär oder Kontoführer mehr braucht, da die Kontrolle über die gesamte Blockchain von jedem einzelnen Teilnehmer des Verfahrens wahrgenommen wird. Eine umfassende Kontrolle entsteht dadurch, dass die nachträgliche Manipulation an einem einzelnen Geschäftsvorgang unmittelbar auffallen würde, da diese die gesamte Kette beträfe und wohl unweigerlich von jedem Beteiligten bemerkt werden müsste.

 

Für den Talanx-Konzern ist Blockchain nach eigenen Angaben ein interessantes Thema, mit dem das Unternehmen sich intensiv beschäftige. „Ganz praktisch wird Blockchain inzwischen bei unserer Tochter Warta in Polen eingesetzt. Hier wird die Blockchain-basierte Währung Billon zur Abrechnung mit unabhängigen Versicherungsvermittlern genutzt. Warta kann so die Vermittler unverzüglich nach einem Verkauf abrechnen.“

 

Den vollständigen Artikel mit Interview von Ergo-Chefarchitekt Bernhard F. Kraft lesen Sie in der neuen März-Ausgabe des Magazins Versicherungswirtschaft.

Debeka · Ergo · R+V · Blockchain
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