Politik & Regulierung

Cybermafia erbeutet mehr als 100 Mio. Euro auf Trading-Seiten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein falsches Spiel auf Online-Trading-Plattformen hat seit 2015 rund 100.000 europäische Anleger um mehrere hundert Millionen Euro gebracht. Medienberichten zufolge haben die österreichischen Sicherheitsbehörden nun eine Mafia-Bande aus Osteuropa zerschlagen, wonach Berater ihre Kunden via Telefon oder E-Mail zum Kauf von binären Optionen und anderer Finanzprodukte überredeten - mit gravierendem Ausmaß.

Die finanziellen Folgen der kriminellen Aktivitäten sind demnach immens: So haben die Online-Betrüger vermutlich mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr erbeutet. Allein die betroffenen Anleger aus Deutschland und Österreich haben mindestens elf Mio. Euro eingezahlt. Nun haben die Ermittler aus Österreich, Deutschland, Tschechien und Bulgarien 21 Firmen durchsucht sowie vier Privatadressen und stellten 14 Konten sichergestellt. Die beiden Köpfe der Gruppe sollen nun in Untersuchungshaft sitzen.

 

Die Masche dabei soll denkbar einfach gewesen sein, berichtet ARD Börse: Werbung auf Sozialen Netzwerken, in Massenmails oder durch Callcenter-Anrufe verbreiten, Anleger durch hohe Renditen und geringes Risiko durch erfundene Versicherungen locken, ihr Vertrauen wecken und von einem Investment überzeugen. Schnell wurde das Geld durch binäre Optionen verdoppelt oder gar verdreifacht - das virtuelle Depot offenbar immer größer. Dabei sollen die Betrüger ihren Opfern mit immer neuen Bonus-Angeboten immer mehr Geld aus der Tasche gezogen haben. 

 

Dabei sollen die entsprechenden Plattformen mit Namen wie "XTraderFX", "Optionstars" oder "SafeMarkets" mit einer Software betrieben worden sein, die nicht nur die Kundenverwaltung ermöglicht haben soll, sondern auch die Kurse im Sinne der Betrüger beeinflusst haben soll. "Wir haben es hier mit organisierter Kriminalität zu tun. Die Software der Plattformen ist so programmiert, dass Kunden nach anfänglichen Gewinnen nur verlieren können", wird Andrea Flagge, Leiterin des Büros für Finanzermittlungen des österreichischen Bundeskriminalamts (BKA) im Handelsblatt zitiert. Ob allerdings alle Betroffenen ihr eingezahltes Geld in voller Höhe wieder zurückbekommen, ist wohl eher unwahrscheinlich.

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