Unternehmen & Management

Allianz Deutschland holt im Sachgeschäft auf - de la Viña rückt an die Spitze des Finanzressorts

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Deutschlandtochter der Allianz scheint wieder bessere Geschäfte zu machen. So stiegen die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr deutlich um 5,5 Prozent auf 36,4 Mrd.. Euro (2017: 34,6 Mrd.). Wachstumstreiber war dabei vor allem das Kfz-Geschäft.

So legte die Allianz Deutschland allein in der Sachsparte im Geschäftsjahr 2018 bei den Beitragseinnahmen um 4,0 Prozent auf 10,477 Mrd. Euro (2017: 10,074 Mrd.) zu. Allerdings machten auch die Unwetter des vergangenen Jahres der Allianz Deutschland zu schaffen. So beziffert der Versicherer die Aufwendungen für unwetterbedingte Schäden auf rund 511 Mio. Euro (2017: 541 Mio.). "Wir haben in der Sachversicherung den Strategiewechsel geschafft. 

 

Die Basis dafür war unsere neue Autoversicherung, die wir im Herbst 2017 an den Markt gebracht haben", begründet Allianz-Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler die Bilanz für das vergangene Jahr. Demnach stieg die Zahl der versicherten Fahrzeuge um 126.000 auf 8,6 Millionen (2017: 8,5 Millionen). "Der Schlüssel für diesen Erfolg liegt in der Neugestaltung der Produkte mit klarem Fokus auf dem Kundennutzen. Wir verringern die Komplexität und harmonisieren die Produktarchitektur.

 

Mit dieser Strategie der Vereinfachung und Modularisierung sind wir klarer Vorreiter bei dem neuen gruppenweiten Ansatz, dem Allianz Customer Model", konstatiert Röhler. Einen weiteren Wachstumsschub soll die Kfz-Sparte in diesem Jahr auch durch die Kooperation mit dem ADAC erhalten.

Sattes Prämienplus in der Lebensparte und gutes Neugeschäft in der Krankenversicherung

Deutliche Zuwächse verbuchte die Allianz Deutschland im letzten Jahr auch in der Lebensparte. So stiegen die Prämieneinnahmen 2018 um satte 6,6 Prozent auf 22,5 Mrd. Euro (2017: 21,5 Mrd.). Zudem legte der Versicherungskonzern auch bei den Neu- und Mehrbeträgen um 10,7 Prozent zu. Zudem knackte die Zahl der Lebensversicherungskunden beu der Allianz erstmals die Rekordmarke von zehn Millionen.

 

"Unsere Erfolgsfaktoren sind unsere ausgezeichnete Finanzstärke, eine innovative Kapitalanlage auf weltweiten Märkten, zukunftsfähige Produkte, voll digitale Lösungen und flexible Angebote", begründet Röhler die Zahlen. Auch in der Krankenversicherung zeigte sich die Allianz zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. So verzeichnete der Versicherungskonzern bei den Beitragseinnahmen ein Plus von 2,5 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro (2017: 3,4 Mrd.). Ende 2018 waren rund 2,7 Millionen Personen bei der Allianz krankenversichert – 22.000 Personen mehr als im Vorjahr.

Dabei scheint die Zielrichtung für das die kommenden Jahre laut Röhler klar zu sein: "Die Allianz hat eine klare Stoßrichtung: Die DNA unseres Unternehmens muss im Kern voll digital werden. Im Kontakt mit dem Kunden zählen aber weiterhin die Beratungsstärke und die Kundennähe. Für das laufende Jahr erwartet die Allianz Deutschland daher in allen drei Sparten eine positive Umsatzentwicklung.

 

Voraussetzung sei allerdings, dass sowohl die Entwicklung an den Kapitalmärkten als auch Naturereignisse und Großschäden das Ergebnis insgesamt nur moderat beeinflussen werden, heißt es weiter.

Katja de la Viña wird neue Finanzchefin

Gleichzeitig gab die Allianz Deutschland auch die Nachfolge für den scheidenden Finanzvorstand Burkhard Keese bekannt, der zum Versicherungsmarkt Lloyd's of London wechseln wird. Zum 1. April 2019 soll Katja de la Viña das Finanzressort übernehmen. Die 39-jährige Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin leitet derzeit bei der Allianz SE die Einheit Global Reward & Performance. De la Viña hat an der Universität Mannheim Betriebswirtschaftslehre studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. Von 2004 bis 2013 arbeitete sie bei KPMG. Nach zwei Jahren in der IT-Beratung wechselte sie dort in den klassischen Prüfungsbereich und absolvierte das Steuerberater- sowie das Wirtschaftsprüferexamen. Während ihrer Zeit bei KPMG war de la Viña unter anderem in der Konzernabschlussprüfung der Allianz Gruppe tätig und hat zudem diverse Beratungsprojekte in der Rechnungslegung durchgeführt.

Katja de la Viña
Katja de la ViñaQuelle: Allianz Deutschland

2013 wechselte sie als Partnerin zu PricewaterhouseCoopers. Ihr Schwerpunkt lag dort auf dem Aufbau des Beratungsbereichs. De la Viña leitete regulatorische Projekte zur Implementierung von IFRS und Solvency II bei verschiedenen Versicherern, unter anderem bei der Allianz. 2016 kam sie zur Allianz SE und war zunächst eineinhalb Jahre im Risikomanagement tätig, bevor sie die Leitung der Einheit Global Reward & Performance übernahm und dort unter anderem für den Aufbau einer globalen HR-Organisation verantwortlich war.

 

"Katja de la Viña ist eine ausgewiesene Finanzexpertin mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Versicherungsbranche. Sie ist mit allen Bereichen der deutschen und internationalen Rechnungslegung, mit Solvency II sowie mit dem Risikomanagement bestens vertraut“, erläutert Röhler. „2018 war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns. Frau de la Viña wird mit ihrer Expertise dazu beitragen, dass wir unsere Wachstumsstrategie weiter erfolgreich fortsetzen. Darauf freue ich mich", kommentiert Allianz-Deutschlandchef Röhler die Berufung.

Allianz Deutschland · Katja de la Viña
Auch interessant
Zurück
13.03.2019VWheute
Allianz-Chef­ökonom Heise will Steu­er­re­form à la Trump Wohl niemand zahlt gerne Steuern. Dass sie nötig sind, wird allerdings kein vernunftbegabter…
Allianz-Chef­ökonom Heise will Steu­er­re­form à la Trump
Wohl niemand zahlt gerne Steuern. Dass sie nötig sind, wird allerdings kein vernunftbegabter Mensch bestreiten. Für Allianz-Volkswirt Michael Heise ist die richtige Prioritätensetzung bei der Steuererhebung wichtig, als …
05.03.2019VWheute
Baloise-Chef De Winter ist weiter Deutsch­land-Fan Der Chef der Schweizer Finanzgruppe Baloise ist vom Standort Deutschland weiterhin überzeugt. "Wir …
Baloise-Chef De Winter ist weiter Deutsch­land-Fan
Der Chef der Schweizer Finanzgruppe Baloise ist vom Standort Deutschland weiterhin überzeugt. "Wir glauben unverändert an den Erfolg unserer Deutschen Geschäftseinheit", sagt der CEO des Finanzkonzerns, doch auch zu Cyber und der…
13.02.2019VWheute
Allianz-Vorstand de la Sota: "Das neue Konzept heißt schlicht Einfach­heit" Die Allianz soll nach dem Willen ihres Konzernchefs bekanntlich digitaler …
Allianz-Vorstand de la Sota: "Das neue Konzept heißt schlicht Einfach­heit"
Die Allianz soll nach dem Willen ihres Konzernchefs bekanntlich digitaler und effizienter werden. "Ja, es ist richtig, dass wir noch etwas schneller werden müssen. Wir wollen den digitalen Umbruch in …
13.12.2018VWheute
Sylva de Fluiter wird neue Chefin der Uniqa Re Sylva de Fluiter übernimmt zum 1. Januar 2019 die Leitung der Uniqa Re AG in Zürich. Sie folgt damit …
Sylva de Fluiter wird neue Chefin der Uniqa Re
Sylva de Fluiter übernimmt zum 1. Januar 2019 die Leitung der Uniqa Re AG in Zürich. Sie folgt damit auf Hans Uwe Müller, der in den Ruhestand gehen wird. Die Schweizerin kommt von der Rückversicherung Sompo Canopius Re, wo…
Weiter