Milchlieferant und Wandererschreck
Milchlieferant und WandererschreckQuelle: Peter Böni / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Nach tödlicher Kuh-Attacke kommt jetzt Muh-Absicherung

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Bauer muss 490.000 Euro für seine trampelnde Kuh bezahlen. Das Tier hatte gemeinsam mit ihrer Herde im Sommer 2014 eine Wanderin zu Tode stampeded. Noch ist unklar, ob seine Versicherung für den Schaden aufkommt, doch die Bauern reagieren bereits.

Die Agrarier in Österreich sind nach dem Urteil in Alarmbereitschaft. Laut Gericht habe der Tierhalter nicht die nötigen Warnhinweise und Absperrungsvorgaben eingehalten, um die Wanderin vor dem Tier zu warnen. Die Landwirte sind sauer und reagieren: Ein Bauer aus Alpbach (Tirol) sperrte bereits mehrere Wanderwege rund um seine Alm, in Oberösterreich wollen ihm weitere nacheifern. "Bei mir steht das Telefon seit Bekanntwerden des Urteils am Freitag nicht mehr still", sagte gestern Johann Feßl, Obmann des oberösterreichischen Almvereins.

 

Am Samstag hatten ihn zwei Almbauern aus der Pyhrn-Priel-Region angerufen, die ebenfalls Wege sperren wollen. "Gerade diese Region ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen, die Frequenz hat enorm zugenommen und das Risiko für Kuhattacken ist deshalb gestiegen", erklärt Feßl.

 

Die Bauern wollen das Durchqueren ihrer Almen künftig nur noch dann erlauben, wenn die Haftungsfrage geklärt ist, schreibt die OÖ.-Nachrichten. Nach Ansicht der Bauern sollte der Tourismusverband für eventuelle Schäden aufkommen, denn viele der Wanderwege führen über Almen.

 

Nach Ansicht von Feßl ist eine versicherungstechnische Lösung vorstellbar: "Es ist erwartbar, dass Almbauern künftig solche Vorfälle nur noch mit einer Zusatzversicherung abdecken können." Vielleicht bietet die VIG bald die Kuhabsicherung für Almbauern an.

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