Karneval in Venedig
Karneval in VenedigQuelle: Peter Bast / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Höhepunkt der Karnevalsaison: "Terror ist ein unkalkulierbares Risiko"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn es um Karneval, Fastnacht oder Fasching geht, ist Deutschland bekanntlich noch immer ein geteiltes Land. Besonders beliebt bei den Fastnachts-Fans: Die ausgelassene Stimmung und die Abwechslung vom Alltag gefolgt von den Straßenumzügen. In dieser Woche beginnt mit der Erstürmung der Rathäuser am Altweiber-Donnerstag wieder die närrische heiße Phase - abgedeckt mit dem entsprechenden Versicherungsschutz.

Wenn das Comitee Düsseldorfer Carneval heute Mittag wieder neue Details zum Rosenmontagsumzug in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bekannt gibt, steht auch die Provinzial Rheinland wieder als Versicherungspartner an der Seite. "Wichtigster Bestandteil unseres Versicherungspaketes ist die Veranstalter- sowie die Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Die Haftpflicht ist wichtig für Ansprüche und potentielle Schäden, die bei Dritten durch eine Handlung des Veranstalters entstehen können. Das kann bei einem Karnevalsumzug beispielsweise ein Pferd sein, das durchgeht und Menschen verletzt. Zudem versichern wir die Jecken, die aktiv am Zug teilnehmen, mit einer Unfallversicherung. Und schließlich sind die Bagagewagen auch noch bei uns versichert", erläutert ein Unternehmenssprecher gegenüber VWheute.

 

Größere Schäden verzeichnete die Provinzial Rheinland in den vergangenen Jahren indes nicht: "Bisher gab es nur kleinere Sachschäden - etwa an Fahrzeugen, die durch Karnevalswagen beschädigt wurden. Oder Brillenschäden. Vor einigen Jahren hatten wir zudem einen Unfallschaden eines Teilnehmers."

 

Müßig zu erwähnen, dass es sich der Konzern auch nicht nehmen lässt, dass Düsseldorfer Prinzenpaar mit einer sogenannten "Schutzengelpolice" abzusichern. "Als Versicherungsunternehmen in Düsseldorf ist es für uns selbstverständlich, das Brauchtum vor Ort zu unterstützen, begründet Vorstandschef Patric Fedlmeier das Engagement.

Nicht abgedeckt ist hingegen die Veranstalter-Ausfalldeckung im Falle eines witterungsbedingten Ausfalles. Passiert ist dies in jüngerer Vergangenheit indes bislang nur im Jahr 2016. Versichert wurde der Ausfall damals von der Ergo. Ebenfalls vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind auch die aktuellen Folgen möglicher Terrorgefahren. "Terror ist ein unkalkulierbares Risiko. Das kann man mit Blick auf Schäden bei Teilnehmern und Zuschauern nicht über einen herkömmlichen Versicherungsschutz abdecken. Daher ist das Terrorrisiko über den Haftpflichtversicherungsschutz ausgeschlossen", heißt es bei der Provinzial Rheinland.

Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Arag konzentriert sich derweil auch in diesem Jahr wieder auf den Versicherungsschutz für Vereine, die im Bund Deutscher Karneval zusammengeschlossen sind. Dieser umfasst unter anderem einen pauschalen Versicherungsschutz für Veranstalter von Sitzungen und Umzügen, eine Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Vertrauensschadenversicherung für den Verein und seine Mitglieder, sowie einen Unfallschutz für alle Mitglieder und Helfer bei Veranstaltungen einschließlich Wegerisiko und einer "besonderen Absicherung für den karnevalistischen Tanzsport". Darüber hinaus sollen auch Brauchtumswagen, Anhänger und Zugmaschinen im Rahmen einer eigenen Anhänger-Haftpflichtversicherung versichert werden können.

 

Im Rahmen einer Garderobenversicherung sollen sich die Veranstalter bei Verunreinigung, Beschädigung oder dem Abhandenkommen von Garderobenstücken bis zu einer Versicherungssumme von 1.000 Euro absichern können. Versichert seien dabei laut Arag auch weitere Garderobenstücke wie Halstücher, Handschuhe und Brillen, ferner Schirme, Stöcke sowie Handtaschen und ähnliche Behältnisse und deren Inhalt.

 

Mit einer Instrumentenversicherung können sich die Jecken laut Arag zudem die Reparaturkosten nach einer Beschädigung des Instruments erstatten lassen. Ebenfalls in der Police enthalten sind laut Versicherer auch die Ersatzbeschaffungskosten nach einem Verlust, wie zum Beispiel durch Diebstahl.

 

"Die Absicherung der Haftung des Vereins und seiner für ihn tätig werdenden Personen steht klar im Vordergrund. Versicherung ist zwar nicht ganz so bunt wie das närrische Treiben. Dennoch sollte jeder Verein zunächst prüfen, ob seine Aktivitäten – insbesondere die öffentlichen Veranstaltungen – auch von der Police umfasst sind. Weiterhin sollte die Qualität der Police, also der Leistungsumfang überprüft werden. Schäden an gemieteten Räumlichkeiten sollten beispielsweise zum Standard gehören", konstatiert Björn Bluhm, Abteilungsleiter der ARAG Sportversicherung. 

 

Bei der Durchführung der Umzüge "ergeben sich natürlich zusätzliche Risiken, z.B. beim Einsatz von Pferden und Kraftfahrzeugen. Die Fahrzeuggespanne benötigen i.d.R. ein sogenanntes Brauchtumsgutachten und sollten nur versichert am Umzug teilnehmen. Neben der Absicherung des Haftpflichtrisikos ist die Fürsorge gegenüber den Mitgliedern und Helfer bei den Vereinsveranstaltungen über einen ergänzenden Unfallschutz ebenso relevant, wie die Absicherung von Rechtstreitigkeiten – also der Rechtsschutz", ergänzt der Experte.

Närrische Ballungszentren sind in diesem Jahr jedenfalls wieder die Metropolen entlang des Rheins. So finden allein in Köln und Mainz die mit Abstand größten Rosenmontagsumzüge statt. Dabei geht der Brauch bereits bis in die Zeit der Römer zurück. Demnach sollen bereits die Germanen in dieser Jahreszeit mit Masken, Verkleidungen und besonders viel Lärm die bösen Geister vertrieben und die guten Geister geweckt haben. Später wurde der Brauch von den Christen übernommen, um damit die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern einzuläuten.

 

Bei der Verkleidung zeigt manch Karnevalist indes ungeahnte Kreativität, Wie eine aktuelle Umfrage von Statista in Zusammenarbeit mit YouGov will sich jeder Zweite, der feiert, auch verkleiden. So geben 45 Prozent der Feiernden an, zumindest einen Teil des Kostüms selbst zu basteln, zehn Prozent legen gänzlich selbst Hand an. Das darf auch was kosten - fast jeder Zweite gibt an, zwischen 21 und 50 Euro auszugeben. Die beliebtesten Kostüme in diesem Jahr sind Pirat oder Piratin, gefolgt vom Tierkostüm und der Märchenfigur.

Karnevalstrends 2019
Karnevalstrends 2019Quelle: Statista
Doch ganz gleich ob Fastnacht, Karneval oder Fasching: Erlaubt ist während des närrischen Frohsinns zwar alles, was Spaß macht - solange sich dies in den klaren Grenzen des gesetzlich zulässigen bewegt. In diesem Sinne - Helau und Alaaf!
Provinzial Rheinland · ARAG · Karneval · Fastnacht
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