Quelle: Rapahael Dautigny
Unternehmen & Management

Axa: Buberl entdeckt soziale Ader

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vieles ist nach den Jahreszahlen der Axa geschrieben worden: "Gewinneinbruch", "hohe Dividende trotz Gewinnrückgang" und ähnliches. Wenig beachtet wurde, dass Axa-Chef Thomas Buberl die Axa nicht nur weg von der Lebensversicherung, sondern hin zur sozialen Verantwortung führen möchte.

Der Manager Buberl, Typ kühler Rechner, hat sich während der Gelbwestenproteste in Frankreich anonym unter das Volk gemischt, um ein Gefühl für die Situation zu bekommen. In den Protesten gingen und gehen bis zu 280.000 Menschen auf die Straßen, um gegen zu hohe Steuern und zu wenig soziale Gerechtigkeit zu protestieren. Der Axa-Mann Buberl, selbst auf Eliteschulen ausgebildet, ex Boston Consulting-Mitarbeiter und Spitzer-Stift-Rechner, sieht die "soziale Textur" in Gefahr, wie ihn die FAZ zitiert.

 

Die Axa ist bereits in vielen sozialen Projekten engagiert, beispielsweise gegen das Rauchen und für die Förderung von Frauen. Offenbar plant Buberl, das soziale Engagement der Axa auszubauen, er selbst ging mit gutem Beispiel voran und half in Paris bei der Renovierung eines Hausbootes für Obdachlose – unterstützt wurde er von seinen Vorstandskollegen. Die Axa gehört unter Buberls Führung zu einer Initiative von 18 Großunternehmen, die eine "inklusivere Wirtschaft" als Ziel ausgegeben haben.

 

Weiterer Umbau

 

Neben dem Umbau zum sozialen Versicherer wandelt sich die Axa derzeit mehr hin zum klassischen Sachversicherer, was nicht zuletzt der Kauf von XL Catlin zeigt, das in einem Rekordunwetterjahr prompt Verluste schrieb und der Axa die Bilanz (mit-) verhagelte. Das ficht Buberl nicht an. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Naturkatastrophen "weniger schädlich für Unternehmen seien wie Finanzkrisen."

 

Also hin zu mehr Sachversicherung, auch wenn die Gefahr durch Naturkatastrophen eher zunehmen wird, wie auch Buberl bewusst ist. "Wenn die vollständige Trennung von Axa Equity Holding vollzogen ist, stammen 80 Prozent unseres Geschäfts aus dem von uns angepeilten Bereich", erklärt der Manager. Der Verkauf soll erfolgen, wenn das Klima an der Börse günstiger bewertet wird, kann aus Unternehmenskreisen erlauscht werden.

 

Die Axa will alles in allem ein klassischer Versicherer mit sozialer Ader werden. Keine kleine Aufgabe für Thomas Buberl.

Axa · Thomas Buberl · Soziales
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