Unternehmensinsolvenzen auf neuem Tiefstand
Unternehmensinsolvenzen auf neuem TiefstandQuelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Unternehmensinsolvenzen verursachen Schaden von 2,2 Mrd. Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland gingen im vergangenen Jahr immer weniger Unternehmen pleite. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel meldeten 2018 insgesamt 19.552 Unternehmen eine Insolvenz an. Gegenüber dem Vorjahr (2017: 20.276 Firmeninsolvenzen) bedeutet dies einen neuerlichen Rückgang von 3,6 Prozent. Die insolvenzbedingten Schäden summierten sich indes auf knapp 22 Mrd. Euro. Im Schnitt entstanden damit Forderungsausfälle für die Gläubiger von knapp 1,1 Mio. Euro pro Insolvenz.
Spitzenreiter bei den Unternehmensinsolvenzen ist demnach das Bundesland Bremen mit einer Insolvenzdichte von 105 von 10.000 Unternehmen, gefolgt von Berlin (89), Nordrhein-Westfalen (85), Saarland (78), Sachsen-Anhalt (74), Schleswig-Holstein und Hamburg (je 68). Schlusslicht ist hingegen der Freistaat Bayern (41). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 59 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Den stärksten Anstieg bei den Firmenpleiten verzeichnete hingegen das Saarland mit einem Plus von 11,9 Prozent. Einen entsprechenden Anstieg registrierten auch Bremen (plus 9,8 Prozent), Thüringen (plus 3,6 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (plus 2,4 Prozent). In Schleswig-Holstein (minus 11,7 Prozent), Sachsen (minus 10,3 Prozent) und Hamburg (minus 9,3 Prozent) mussten hingegen deutlich weniger Unternehmen eine Insolvenz anmelden, als noch vor einem Jahr.
 13,7 Prozent der insolventen Firmen scheitern dabei bereits in den ersten zwei Jahren nach ihrer Gründung. Allerdings sind die Fallzahlen in der jüngeren Altersgruppe stark rückläufig (minus 11,2 Prozent). Mit Blick auf die wichtigsten Branchen steht die Logistik mit 85 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze der Auswertung. Aber auch im Baugewerbe und in der Dienstleistungsbranche (je 79) liegt die Insolvenzquote über dem Durchschnitt. Gemessen in absoluten Zahlen stehen hingegen Detekteien mit 442 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze des Insolvenzrankings. Es folgen Firmen aus der Branche der Post, Kurier,- und Expressdienste mit 415 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen und Gastronomieunternehmen (375), heißt es bei der Wirtschaftsauskunftei weiter.
Auch wenn der mediale Fokus auf den Großinsolvenzen wie Kettler, Solarworld, den Paracelsus-Kliniken oder aktuell der Germania, der Verbraucherzentrale Bremen oder der Elsflether Werft lag, ist das Insolvenzgeschehen in Deutschland nach Angaben von CRIF Bürgel vor allem von kleinen Unternehmen geprägt. Demnach hatten 16.032 bzw. 82 Prozent der insolventen Unternehmen nicht mehr als fünf Mitarbeiter. "Die Firmen profitierten 2018 vor allem von der Binnenwirtschaft und von den hohen privaten Konsumausgaben. 2019 wird die Trendumkehr eingeleitet und wir erwarten einen Anstieg bei den Firmeninsolvenzen", kommentiert Ingrid Riehl, Geschäftsführerin von CRIF Bürgel, die aktuellen Zahlen. Die wesentlichen Gründe für die Trendwende sieht die Experten vor allem in der abkühlenden Konjunktur durch die zunehmenden politischen Unsicherheiten, wie die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten und die Querelen um den Brexit. Hinzu komme, dass die niedrigen Zinsen bislang noch Unternehmen am Markt halten, die unter normalen Bedingungen nicht wettbewerbsfähig wären. "Über diesen sogenannten Zombie-Unternehmen schwebt das Damoklesschwert einer möglichen Zinswende", ergänzt Riehl.
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