David Stachon
David StachonQuelle: Generali
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Stachon: "Digitalisierung hat in Deutschland mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Digitaler Wandel bedeutet nicht zwangsläufig den Abbau von Personal. Dies glaubt zumindest Generali-Vorstand David Stachon. "Bisher hat die Digitalisierung in Deutschland mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet. Auch im Bereich Versicherung werden völlig neue Geschäftsfelder aufgemacht", betont er in einem Interview mit Cash-Online.

"Seit 400 Jahren macht die Branche technologische Veränderungen mit und versichert am Ende neue Risiken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Schiffsversicherer komisch geschaut haben, als man plötzlich Feuer unter Deck gemacht hat, um ein Schiff schneller zu machen. Und irgendwie haben Versicherer auch überlebt, als plötzlich Dinge in die Luft gestiegen sind und Menschen transportiert haben", konstatiert der Generali-Manager. Zudem glaube er, "dass durch technologische Entwicklungen und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, neue Geschäftsmöglichkeiten auch im Bereich Versicherungen entstehen".

 

Wesentlich mehr Sorgen bereiten Stachon indes die regulatorischen Vorgaben in der Kundenberatung: "Alles, was die Qualität der Versicherungsberatung verbessert, ist positiv. Und dazu stehen wir als Generali hundertprozentig. Mein Eindruck ist aber, dass wir beginnen, überzuregulieren. Ich bin mir nicht sicher, ob die allerletzten Veränderungen für den Kunden wirklich Verbesserungen bringen. Aber nochmal: Wir befürworten alles, was die Kompetenz und die Qualität im Versicherungsvertrieb steigert. Fortbildung ist absolut wichtig. Ein geregeltes Maß an Standardisierung, was Dokumentation angeht, halte ich ebenfalls für enorm wichtig. Das gilt auch für die Spielregeln. Trotzdem ist der Ansatz in Deutschland, die Anforderungen immer weiter zu erhöhen, nicht die optimale Lösung."

 

Insbesondere beim Datenschutz bemängelt der General-Manager die mangelnde Waffengleichheit in Europa: "Es gibt eine Diskrepanz, wie wir an das Thema herangehen, während angelsächsische IT-Unternehmen ganz andere Freiheiten haben. Es kann nicht sein, dass die einen etwas dürfen, das anderen untersagt wird. Und das sage ich auch den Politikern immer wieder, dass wir ein solches Problem nicht allein lösen können. Entweder lösen wir es weltweit vernünftig – dann gelten in Irland die gleichen  atenschutzbestimmungen wie in Deutschland. Oder wir bekommen erhebliche Probleme. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir Waffengleichheit haben oder der Spieß auf der einen Seite drei Zentimeter kürzer wird als auf der anderen. In diesem Fall tut man den Menschen keinen Gefallen."

David Stachon · Generali
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