Geländefahrzeug, Jeep Wrangler
Geländefahrzeug, Jeep WranglerQuelle: Jeep
Politik & Regulierung

Erpressungsversuch nach Autodiebstahl bei Versicherer meldepflichtig?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Wenn Sie ihr Auto wiedersehen wollen, hinterlegen Sie 10.000 Euro im Schatten des Reifenstapels am alten Schrottplatz zur Mittagszeit". So könnte die Lösegeldförderung eines Autodiebes gegenüber einem Geschädigten ausgesehen haben. Ob der Versicherte seiner Versicherung die Erpressung hätte mitteilen müssen, beschäftigt jetzt die Gerichte.

Dem Geschädigten aus dem Landkreis Ahrweiler war in Bosnien sein Auto gestohlen worden. Am Telefon berichtete der dreiste Entwender, dass der Bestohlene seinen Geländewagen gegen Zahlung einer 4.000 Euro-Pauschale wiederbekommen werde. Der Besitzer verweigerte sich, berichtete der Polizei von dem Gespräch, nicht aber seiner Versicherung.

 

Der Außenstehende Versicherer sieht im Verhalten seines Versicherungsnehmers einen grob fahrlässigen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht. "Hätte er von dem Lösegeldangebot gewusst, hätte er es möglicherweise angenommen", schreibt die Welt. Wie das in der Praxis aussehen würde, wäre sicherlich interessant, ein Hinterzimmertreffen in einer verrauchten Kneipe in Sarajevo zwischen dem Kfz-Vorstand und dem Dieb – oder schicken beide Unterhändler. Welche Rolle spielen Polizei und Recht Bosniens in dieser Geschichte dann noch? Fragen über Fragen.

 

Bleiben wir bei den Fakten: Der Versicherer zahlte wegen des Verstoßes nur ein Drittel des Wiederbeschaffungswertes, der Geschädigte klagte, bekam vor dem Landgericht Düsseldorf recht, jetzt folgt die Berufung.

 

Kfz-Versicherung · Schadenregulierung · Oberlandesgericht Düsseldorf
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