Insolvenz
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Politik & Regulierung

Verbraucherzentrale Bremen droht Insolvenz - wegen zuviel Betriebsrente

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Unternehmensinsolvenzen gehören mehr oder weniger zum Alltag. Eher nicht alltäglich ist hingegen die drohende Zahlungsunfähigkeit der Verbraucherzentrale Bremen. Der Grund dafür seien Fehler bei der Altersvorsorge der Mitarbeiter. "Diese wurden offenbar vor Jahren dem falschen Versorgungsanbieter zugeordnet und haben dadurch nun Anspruch auf mehr Geld, als ihnen – im Falle einer richtigen Eingruppierung - zugestanden hätte", berichtet der Weser-Kurier. Der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW sieht sich in seiner Kritik an der mangelnden Qualifizierung der Mitarbeiter von Verbraucherzentralen gerade in Fragen der Altersvorsorge und Risikoabsicherung bestätigt.
Grund für diese außergewöhnliche Maßnahme sind nicht ausreichend versicherte Verpflichtungen, die sich auf die Beschäftigungsverhältnisse auswirken. Um die finanzielle Leistungsfähigkeit der Verbraucherzentrale dauerhaft gewährleisten zu können, müssen arbeitsrechtliche Inhalte im Rahmen des Sanierungsverfahrens neu geregelt werden. Wesentliches Ziel der Restrukturierung ist dabei die bilanzielle Bereinigung dieser Risiken, heißt es in einer Mitteilung der Bremer Verbraucherschützer. "Wir sind zuversichtlich, dass die Verbraucherzentrale gestärkt aus dieser Restrukturierung hervorgehen wird und ihren Auftrag, allen Bürgerinnen und Bürgern im Land Bremen eine anbieterunabhängige Verbraucherberatung anzubieten, auch in Zukunft erfüllen wird", betont der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Tim Voss. Die Gehälter der 32 Mitarbeiter seien indes abgesichert. Das Leistungsangebot des Beratungszentrums in Bremen und der Beratungsstelle Bremerhaven sei zudem vollumfänglich sichergestellt, heißt es weiter.
Für den Bundesverband Finanzdienstleistung AfW scheint die drohende Insolvenz der Bremer Verbraucherzentrale jedenfalls Wasser auf die Mühlen zu sein. Vielmehr sehe man sich der Kritik an der mangelnden Qualifizierung der Mitarbeiter von Verbraucherzentralen gerade in Fragen der Altersvorsorge und Risikoabsicherung bestätigt. Die für Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler und -berater verpflichtende Qualifikation ist bei den Mitarbeitern der Verbraucherzentralen nicht gewährleistet. Gewerblich tätige Berater müssen ihre Sachkunde gegenüber der Industrie- und Handelskammer (IHK) nachweisen, wogegen gleiches für die staatlich geförderten Verbraucherschützer nicht gilt, heißt es in einer Mitteilung des AfW.
"Wir halten Verbraucherzentralen in vielen Bereichen für wichtig und gut. Aber gerade weil sie Missstände im Markt anprangern, sollten sie selbst Vorbild sein. Ständig müssen sich unsere Mitglieder von den vermeintlichen Verbraucherschützern pauschal und ohne belastbare Grundlage vorhalten lassen, provisionsexzessiv und qualitativ schlecht zu beraten. Und seit Jahren weisen wir darauf hin, dass es schwerlich sein kann, wenn in den staatlich subventionierten Beratungsstellen ohne klare Ausbildungs- und Qualifizierungsanforderungen die Bürger auch in Altersvorsorgefragen beraten werden. Schlimm, wenn es jetzt sogar dort die eigenen Mitarbeiter betrifft", kommentiert Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW.
Verbraucherzentrale Bremen · Insolvenz · AfW
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