Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)Quelle: Alexandra H. / PIXELIO (www.pixelio.de)
Märkte & Vertrieb

IDD und Datenschutz sorgen für schlechte Stimmung bei den Vermittlern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die regulatorischen Vorgaben sorgen bei Maklern wie Vermittlern derzeit für schlechte Stimmung. Laut aktuellem AfW-Vermittlungsbarometer beträgt der durchschnittliche Zeitaufwand pro registriertem Makler oder Finanzanlagenvermittler etwa 34 Stunden. Dabei zählen auch die Versicherer in der IDD-Richtlinie und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu den größten regulatorischen Herausforderungen der kommenden Jahre.
"34 Stunden durchschnittlicher Zeitaufwand pro Makler bedeutet, dass allein alle registrierten Makler die unglaubliche Zahl von 1.587.732 Stunden für die Umsetzung der DSGVO aufgewandt haben. Gesamtwirtschaftlich erscheint der Aufwand Dimensionen zu haben, der durch die Politik doch sehr zu hinterfragen und auszuwerten sein sollte. Riesiger Aufwand, immer noch große Unsicherheit und geringe Akzeptanz in der Bevölkerung – das sollte zu denken geben", konstatiert Rechtsanwalt Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW und selbst ausgebildeter Datenschutzbeauftragter. Allerdings sehen sich laut Vermittlerbarometer 64 Prozent der Befragten "DSGVO-konform aufgestellt". 28 Prozent sind sich in dieser Frage noch unsicher, lediglich vier Prozent sehen sich aktuell nicht rechtskonform aufgestellt.
Auch bei den Versicherern gehören die regulatorischen Herausforderungen zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Ganz vorne liegt dabei das europäische Regelwerk Solvency II (34,0 Prozent) vor dem Datenschutz (21,8 Prozent) und IDD (14,5 Prozent). Diese Bereiche binden nach wie vor viele Ressourcen, um die Anforderungen zu erfüllen, heißt es in einer aktuellen Umfrage der Versicherungsforen Leipzig zum Stimmungsbild in der Versicherungsbranche. Zu den drängendsten Herausforderungen für die Branche insgesamt zählen lauf Umfrage indes die veraltete IT-Struktur und die anhaltende Niedrigszinsphase (jeweils 90 Prozent).
Regulatorische Herausforderungen für die Versicherer
Regulatorische Herausforderungen für die VersichererQuelle: Versicherungsforen Leipzig
Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung rechnen rund 50 Prozent der 72 befragten Experten aus Versicherungs- und Dienstleistungsunternehmen mit einer Verschlechterung der allgemeinen Marktlage innerhalb der nächsten drei Jahre. Beeinflusst werde dies vor allem durch regulatorische Themen, schwierige Bedingungen am Kapitalmarkt sowie den Mangel an Fachkräften. Besonders schlechte Prognosen stellen dabei die Dienstleister: Rund 20 Prozent von ihnen gehen von einer wesentlichen Verschlechterung der Marktbedingungen in den kommenden drei Jahren aus.

Mehr IT-Investitionen und weniger Beschäftigte

Gleichzeitig gehen die Experten davon aus, dass die Investitionen in nahezu allen Unternehmensbereichen eines Versicherers steigen werden. Laut Umfrage der Versicherungsforen Leipzig soll demnach besonders viel Kapital in die IT sowie die Modernisierung von Organisationsstrukturen fließen. Mehr als 80 Prozent der Befragten rechnen mit einem "geringen" bis "wesentlichen" Anstieg der Investitionen in der IT. Investitionen in die Organisationsstruktur der Unternehmen sollen nach Meinung von über 60 Prozent der befragten Versicherer ansteigen. Bei den Dienstleistern rechnet rund ein Drittel der Befragten mit einem "wesentlichen" Anstieg der Investitionen.
Demgegenüber werden die Beschäftigungszahlen nach Ansicht der befragten Experten in den kommenden drei Jahren weiter sinken. Besonders davon betroffen seien laut Umfrage vor allem der Vertrieb- und Kundenservice, aber auch die Bereiche Underwriting und Schadenmanagement. Von diesen eher pessimistischen Prognosen ausgenommen ist erneut der Bereich der IT. Versicherer wie Dienstleister rechnen hier mit einem erheblichen Anstieg der Beschäftigungszahlen binnen der nächsten Jahre. Dabei gehen 23,1 Prozent der Versicherer von einem "wesentlichen" Anstieg aus, bei den Dienstleistern teilen sogar 36,7 Prozent diese Ansicht.

IVFP: Altersvorsorge und BU haben das größte Absatzpotenzial

Nahezu zeitgleich hat auch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) knapp 200 Vermittler zum Thema Markttrends in der Lebens- und Krankenversicherung befragt. Ein wesentlicher Trend geht dabei in Richtung kapitalmarktorientierter Produkte. Mehr als die Hälfte der befragten Makler gab dabei an, mittlerweile keine klassischen Produkte mehr zu vermitteln. Etwa zwei Drittel aller Befragten gaben an, indexgebundene Rentenversicherungen zu verkaufen, wobei Garantien allem Anschein nach immer noch eine große Rolle spielen. Zudem besitzen fondsgebundene Produkte das höchste Absatzpotenzial, gefolgt von Indexpolicen und Produkten der Neuen Klassik.
Altersvorsorgetarife mit dem größten Absatzpotenzial
Altersvorsorgetarife mit dem größten AbsatzpotenzialQuelle: IVFP
Darüber hinaus messen die befragten Vermittler vor allem der Absicherung der Arbeitskraft als besonders lukratives Absatzpotential bei. Kostengünstige Alternativen scheinen dabei vor allem Grundfähigkeiten- oder Schwere-Krankheiten-Versicherungen zu sein. Erwerbsunfähigkeitsversicherungen (EU) scheinen indes kaum eine Alternative hierzu zu sein. In der Krankenversicherungssparte liegt die Vermittlung von Zusatzversicherung auf Platz eins (94 Prozent gefolgt von der PKV-Vollversicherung und der Pflegeversicherung. Zur betrieblichen Krankenversicherung (bKV) hingegen wird nur von wenigen Maklern (29 Prozent) beraten.
IDD-Richtlinie · DSGVO · AfW · Versicherungsforen Leipzig · IVFP
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