Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) skizziert seine Pläne für die vieldiskutierte Grundrente auf dem MCC-Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge in Berlin.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) skizziert seine Pläne für die vieldiskutierte Grundrente auf dem MCC-Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge in Berlin.Quelle: ak
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Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist "Fan" von Betriebsrenten - Grundrente kommt

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) initiierte Grundrente sorgt aktuell für erheblichen Diskussionsstoff, nicht nur innerhalb der Großen Koalition. Auf dem MCC Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge in Berlin, der sich 2019 zum 20. Mal jährte, verteidigte der Politiker seine Pläne und sagte, er werde die Grundrente durchsetzen. Wie gegensätzlich die Positionen der politischen Mitbewerber dazu sind, offenbarte sich in der hochkarätig besetzten große "Rentenpolitischen Diskussionrunde". Unter der Leitung und Kommentierung von Rentenexperte Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute, wurde klar, kein Gesetz verläßt den Bundestag so wie es eingebracht wurde.

"Rentenreformen sind etwas ganz normales" ordnete gleich zu Beginn der Veranstaltung Bert Rürup die sich anbahnenden politischen Auseinandersetzungen ein. Seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland habe es summa summarum 60 große Reformen und fünf sogenannte Jahrhundertreformen gegeben und zwar ganz unabhängig von drohenden Rezessionen. Aktuell läuft zwar der längste Aufschwung seit der Wiedervereinigung, jedoch baut sich bereits am Horizont Rezession Nummer sechs auf, so die Beobachtungen des Ökonomen. Daraus ergeben sich Handlungsanforderungen an die Politik, die als wichtigste Maxime nicht die Altersvorsorge priorisiert sondern den ganz banalen Machterhalt. Derzeit bilden 34 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und insgesamt 45 Millionen Erwerbstätige einen stabilen Sockel. Dieser unterliegt jedoch den disruptiven Veränderungen der Digitalisierung, wie den sich verschärfenden Auswirkungen des demographischen Wandels. Besonders mit Blick auf die "Babyboomer" wird eine starke Dynamik erwartet. Wer Zeit seines Lebens gearbeitet hat und nie auf staatliche Unterstützung angewiesen war, soll das auch im Alter nicht sein, so das Credo Bert Rürups. Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage des Äquivalenzprinzips. Vor dieser Gemengelage gewinnt die Initiative aus dem Arbeits- und Sozialministerium neue Aktualität. Wie das rentenpolitische Lastenheft der Bundesregierung aussieht und welche Schritte im Frühjahr geplant sind, führte der SPD-Minister in seiner Keynote aus. Hier im Video in drei Teilen: Teil eins - Teil zwei - Teil drei.

Dass die Politik nicht immer das Heft des Handels in den eigenen Händen hält, sondern auch von der weltweiten geo- wie währungspolitischen Implikationen abhängt erläuterte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE in seinem Vortrag. Neben der Demographie ist für Heise die Politik der Zentralbanken, respektive der Europäischen Zentralbank entscheidend für die weitere Entwicklung. Heise rechnet auch in Zukunft noch mit weiter niedrigen Zinsen, unabhängig davon führe auch die Inflation ein Eigenleben. Dennoch landen weiterhin riesige Summen aus den deutschen Spareinlagen zinslos auf den Bankkonten. Gleichzeitig sieht Heise viel Raum für mehr Kapitaldeckung in der deutschen Altersvorsorge. "Niedrigzins und (k)ein Ende: Privatvorsorge versus Betriebsrente" lautet die Überschrift zu seinem Vortrag, mit dem Fazit: Deutsche sparen viel aber falsch. Hier im Video sowie die Forstsetzung.

Auf die aktuellen Entwicklungen in der gesetzlichen Rentenversicherung ging Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, ein. Roßbach gab zudem einige Orientierungspunkte für die Weiterentwicklung der Alterssicherung. Höhepunkt der an prominenten Rednern und Experten nicht armen Veranstaltung war die traditionelle große rentenpolitische Diskussionsrunde. Im Kraftfeld zwischen Altersgrenze, Lebensstandartsicherung vs. Armutsvermeidung, Ausweitung des Versichertenkreises und der Weiterentwicklung der kapitalgedeckten Ergänzungssysteme trafen die rentenpolitischen Vorstellungen der sechs im Bundestag vertretenden Parteien hart aufeinander. Es diskutierten Ralf Kapschack (MdB SPD), rentenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, Matthias Birkwald, (MdB Die Linke), Jörg Meuthen (MdL, MdEP), Bundesvorsitzender der Alternative für Deutschland, der Rentenexperte Markus Kurth (MdB, Bündnis90/Die Grünen), Johannes Vogel, rentenpolitischer Sprecher der FDP, sowie Max Straubinger von der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag: Teil eins - Teil zwei - Teil drei.

Altersvorsorge · Rente · Hubertus Heil
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