Thomas Olaynig, Head of Placement & Specialties von Marsh Deutschland
Thomas Olaynig, Head of Placement & Specialties von Marsh DeutschlandQuelle: Marsh
Märkte & Vertrieb

Marsh: Haftpflichtversicherer haben 2018 gut verdient

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die deutschen Haftpflichtversicherer haben im vergangenen Jahr wieder gut verdient. So führen die stabilen bzw. erneut gesunkenen Schaden-Kosten-Quoten erneut zu versicherungstechnischen Gewinnen der Versicherer, die sich in Prämienreduzierungen und in Vereinbarungen prämienfreier Deckungsverbesserungen widerspiegeln, heißt es im neuen Versicherungsmarktreport 2019 von Marsh Deutschland.
Demnach geben ausreichende Kapazitäten auf dem Versicherungsmarkt und gleichzeitig günstigen Prämien zwar Anreize zum Einkauf höherer Deckungssummen. Aber: Das mögliche Schadenausmaß wird bei der Bewertung des eigenen Risikos oft unterschätzt. Das führt dazu, dass das vorhandene Großschadenpotenzial oftmals nicht vollständig abgedeckt wird. Steigende Investitionen, die zu einer Erhöhung der Werte und damit zu einem Anstieg der Großschadenhöhe führen, bleiben unberücksichtigt, heißtes im Marsh-Report weiter.
In der Sachversicherung machen sich laut Marsh allerdings auch die Schadenbelastungen durch Naturkatastrophen erneut bemerkbar. 2018 war hinsichtlich der eingetretenen Schäden weltweit ein Jahr, dessen Schadenbelastung höher als im langfristigen Durchschnitt ausfiel – jedoch weit hinter den Belastungen des Jahres 2017 zurückblieb. Die Naturkatastrophen ereigneten sich mehrheitlich in den USA und in Asien, konstatiert der Versicherungsmakler weiter. In Europa führten indes der Wassermangel sowie die Sturmtiefs "Friederike" und "Burglind" zu "maßgeblichen Schäden".
Gleichzeitig sorgten viele kleinere und mittlere Schäden in der Feuerversicherung dazu, dass diverse Versicherer in Deutschland im vergangenen Jahr erneut rote Zahlen geschrieben haben. "Neben einer individuellen Kundenbetrachtung braucht die Absicherung zahlreicher Großrisiken wie Naturkatastrophen und Feuer aber einen der entscheidenden Grundgedanken der Versicherung: die Gefahrengemeinschaft. Auf Kundenseite ist also abzuwägen, inwieweit es möglich und sinnvoll ist, sich über individuelle Deckungsformen abzusichern. Auf Seiten der Versicherungsmakler und Versicherer muss dagegen dringend eine Weiterentwicklung dieser Fragestellung erfolgen", betont Thomas Olaynig, Head of Placement & Specialties von Marsh Deutschland

Datenschutz beflügelt Cybergeschäft

Im Cyber-Geschäft können die Versicherer nach Ansicht der Marsh-Experten in diesem Jahr mit stabilen bis leicht steigenden Prämien rechnen. Sehr häufig spielt der Ertragsausfall
aus der Betriebsunterbrechung eine zentrale Rolle und oft sind auch Lösegeldforderungen zu begleichen. Dabei dürfte das Thema Datenschutz durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) das Cybergeschäft indes noch beflügeln. "Viele Unternehmen haben diesbezüglich noch nicht ihre Hausaufgaben gemacht, und lediglich ein kleiner Bruchteil erfüllt die gesetzlichen Anforderungen vollständig", konstatiert Marsh.

Zudem werden die zahlreichen geopolitischen Konflikte und Risiken vor allem international agierenden Unternehmen in diesem Jahr weitere Sorgen bereiten, so Marsh. "In wichtigen Märkten Asiens und Afrikas wie Indonesien, Indien, Philippinen, Nigeria und Südafrika stehen Wahlen an. In Europa bleibt die politische Unsicherheit mit Brexit, Wahlen zum Europaparlament und in der Ukraine vor dem Hintergrund des Erstarkens populistischer Parteien und des Russlandkonflikts hoch. Im Mittleren und Nahen Osten steigen die Risiken für Investoren aufgrund politischer Gewalt und schlechter wirtschaftlicher Aussichten weiter. Außerdem bergen die Destabilisierung des globalen Handelssystems und insbesondere der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China erhebliches Störpotenzial", erläutert der Versicherungsmakler.
Allerdings seien die Deckungskapazitäten je Risiko am Versicherungsmarkt für politische Risiken trotz einer gewissen Konsolidierung durch Zusammenschlüsse von Versicherern auf einem historisch hohen Niveau. Außerdem bestehe eine große Auswahl an Anbietern und spezieller Deckungskonzepte breiterer Deckung mit mehr Erweiterungsmöglichkeiten
sowie zu sinkenden Selbstbehalten. Zudem würden sich Versicherer verstärkt in der Deckung bekannter Risiken, insbesondere von Steuerrisiken und Anfechtungen von Bau- und Bundes-Immissionsschutzgesetz-Genehmigungen engagieren.
Marsh · Versicherungsmarktreport 2019
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