Finanzbildung in der Schule - Fluch oder Segen
Finanzbildung in der Schule - Fluch oder SegenQuelle: S. Hofschlaeger / www.pixelio.de / PIXELIO
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Warum Finanzbildung in der Schule ein Nachteil für Versicherer sein könnte

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eine große Mehrheit der Bürger spricht sich für die Einführung einer finanziellen Allgemeinbildung während der Schulzeit aus. Das zeigt eine Umfrage im Rahmen des DIA-Deutschland-Trends. Stolze 84 Prozent treten für die Vermittlung von Finanzwissen in der Schule ein. Wäre das ein Vorteil für die Versicherer?

Nur eine Minderheit von acht Prozent der Befragten lehnt Finanzbildung an Schulen ab Dabei spielt es nur eine geringe Rolle, ob schulpflichtige Kinder im Haus leben oder nicht. Unter den 18- bis 24-Jährigen, deren Schulzeit noch andauert oder erst vor Kurzem abgeschlossen wurde, beträgt die Zustimmung zu einer finanziellen Allgemeinbildung in der Schule ebenfalls 84 Prozent.

 

Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Anteil dann auf 77 Prozent bei den 35- bis 44-Jährigen. Danach steigt die Zustimmung dann wieder sogar auf 88 Prozent unter den 65-Jährigen und Älteren. Parallel dazu wächst mit zunehmendem Einkommen die Bedeutung finanzieller Allgemeinbildung.

 

Nicht ob, sondern wie

 

Eine Mehrheit von 60 Prozent spricht sich dafür aus, dass Finanzthemen in die Lehrpläne bereits vorhandener Unterrichtsfächer gelangen. Für ein eigenständiges Fach Finanzbildung plädiert ein Viertel in der Umfrage. Die Beschäftigung in Wahlfächern und fakultativen Veranstaltungen wie zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften halten 19 Prozent für geeignet. Vor allem Befragte mit schulpflichtigen Kindern sprechen sich für die letztgenannte Form aus (29 Prozent). Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als in den Haushalten ohne schulpflichtige Kinder.

 

Das so klare Ergebnis überrascht, denn ansonsten glauben die Hälfte der Deutschen, dass sie sich beim Thema Finanzen genügend auskennen. Die Frage "Ich habe den Eindruck, dass es sich für mich lohnt, in das Thema Geld und Finanzen tiefer einzusteigen" bewerten rund 50 Prozent der Personen ablehnend.

 

Eigeneinschätzung der Deutschen über ihr Finanzwissen - 2013
Eigeneinschätzung der Deutschen über ihr Finanzwissen - 2013Quelle: Statista

Die Frage ist allerdings bereits 2013 aktuell gewesen, möglicherweise haben die Menschen wegen der anhaltenden Niedrigzinsen bemerkt, dass sie doch zu wenig über Finanzen wissen?

 

Eine interessantere Frage ist, ob die Menschen gegenüber Finanzinstituten wie auch Versicherern und deren Angebote kritischer wären, wenn sie mehr Finanzwissen besäßen. Oder würde es zu einer Verschiebung beim Marktanteilen kommen, weil sich die besseren Angebote durchsetzen würden.

 

Die Antworten von Dorothea Mohn, Verbraucherzentrale Bundesverband, lassen vermuten, dass das Wissen der Menschen derzeit nicht ausreicht: "Die Kunden wissen, dass der Finanzmarkt schwierig für sie ist, aber sie müssen sich auf ihm bewegen. Der Gros der Verbraucher ist auf Experten angewiesen, es herrscht eine Abhängigkeit." Viele Kunden würden sich die Situation schönreden und auf ihren Berater schwören, auch wenn eine Analyse die Fehler von diesem aufdeckt. Vielen sei es peinlich, die eigenen Fehler zuzugeben.

Würden Versicherungen sorgfältig entlang des Bedarfes der Verbraucher verkaufen, wären die Problem nicht so groß, erklärte Mohn im Interview. Die Frage ist, ob Kunden eine, angebliche oder tatsächliche, Fehlberatung eher erkennen würden, wenn sie finanztechnisch besser geschult werden, ist eine sehr interessante Fragestellung.

 

Die Umfrage wurde als Online-Befragung in der Zeit vom 16. bis zum 19. November 2018 durchgeführt. Daran nahmen 2.047 Personen aus ganz Deutschland ab 18 Jahren teil. Durchgeführt von INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchgeführt wurde. Insgesamt treten 84 Prozent für die Vermittlung von Finanzwissen in der Schule ein.

Deutsches Institut für Altersvorsorge · Umfrage · Bildung
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