Marco Morawetz
Marco MorawetzQuelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

Kraftfahrt dümpelt an der Null-Linie

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Kraftfahrtversicherung dürfte 2018 mit einer Combined Ratio von 97 Prozent (auf Anfalljahresergebnis) – und damit etwas besser als vielfach noch im Herbst erwartet – abgeschlossen haben. "Das Damoklesschwert hängt aber weiter über den Autoversicherern", sagte Marco Morawetz, der bei der General Reinsurance AG den Consultingbereich leitet, auf einer Fachkonferenz in Köln.

Dass sich die größte SHUK-Sparte nicht wieder im Abschwung des Sinuskurvenzyklus befindet, schreibt er im Wesentlichen der Niedrigzinsphase zu. "Rote Zahlen kann sich niemand leisten. Daher kommt die ökonomische Disziplin, sich oberhalb der Null-Line zu halten." Gleichwohl schließt er nicht aus, dass die Preisdisziplin aufgeweicht wird: "Das liegt in den Händen der Protagonisten", so Morawetz. Erste Zahlen zum Neu- und Ersatzgeschäft zeigten, dass die Tarife für Januar 2019 um 1,3 Prozent gesunken seien. Vor allem günstige Tarife seien verbilligt worden. "Einige sind sehr sportlich unterwegs", so Morawetz. Es sei zwar vereinzelt auch teurer geworden, insgesamt sei für 2019 aber nicht mit einem Anstieg der Durchschnittsprämie zu rechnen. In der Teilkasko werde es tendenziell sogar billiger. Zusammen mit einem höheren Schadenbedarf (plus zwei Prozent in KH und plus 3,5 Prozent in VK) dürfte dies dazu führen, dass die Combined Ratio 2019 bei voraussichtlich 99 Prozent liegt.

Ähnliche Erwartungen äußerte Andreas Kelb, Bereichsleiter Zentralbereich Deutschland bei der E+S Rückversicherung AG. Er rechnet damit, dass das Kalenderjahrergebnis 2018 rund 2,1 Prozent der Beiträge ausmachen wird – absolut also etwa 0,6 Milliarden Euro. Für 2019 geht es bei einer unveränderten Schadenfrequenz von steigenden Schadendurchschnitten in KH von 2 Prozent und in Kasko von drei Prozent aus. Die Beitragsanpassungen reichten bisher nicht aus, so Kelb. Auch er berichtet davon, das nach den bisherigen Daten, das Jahreswechselgeschäft teilweise mit Preissenkungen einher ging. Treiber der Schadenentwicklung sind unverändert steigende Reparatur- und Ersatzteilkosten sowie Personenschäden, die immer häufiger auch am Limit von 15 Mio. Euro heranreichten.

Kfz-Versicherung · Marco Morawetz
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