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Jeder fünfte Online-Versicherer verzichtet auf Beratung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Persönliche Beratung scheint bei Online-Versicherern nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen zu gehören. So bieten mittlerweile 90 Prozent der Versicherer inzwischen Online-Produkte an. Der Haken daran: 20 Prozent der Versicherungsunternehmen, die im Internet abschließbare Versicherungen vertreiben, bieten keine Online-Beratung zu ihren Produkten an. 14 Prozent verlangen einen expliziten Beratungsverzicht von ihren Kunden.

Mit Blick auf einzelne Sparten ergeben sich indes deutliche Unterschiede, wie eine aktuelle Studie der Managementberatung 67rockwell gemeinsam mit Matthias Beenken, Professor für Versicherungswirtschaft an der Fachhochschule Dortmund und Maximilian Teichler, Rechtsanwalt in einer Kanzlei für Versicherungsmanagement, belegt. So bieten beispielsweise nur 17 Prozent der Risikolebensversicherer einen Online-Abschluss an. Dieser erfolgt allerdings ausschließlich mit vorherigem Beratungsverzicht. Vergleichbare Zahlen gibt es dabei auch in anderen Versicherungssparten:

  • Zahnzusatzversicherungen: 55 Prozent bieten einen Online-Abschluss an. 55 Prozent bieten einen Online-Abschluss an - von diesen Versicherern vertreiben 30 Prozent das Produkt ohne Beratung. Ein Online-Abschluss mit Beratung und ohne Beratungsverzicht wird lediglich von zehn Prozent der Versicherer angeboten - weitere 20 Prozent verlangen zusätzlich zur Beratung einen Beratungsverzicht.
  • Kfz-Versicherung: 54 Prozent bieten einen Online-Abschluss an. 30 Prozent vertreiben ihr Produkt ohne Beratung, 20 Prozent verlangen einen Beratungsverzicht.
  • Hausratversicherung: 60 Prozent bieten einen Online-Abschluss an. 30 Prozent davon vertreiben ihr Produkt ohne Beratung, 20 Prozent verlangen einen Beratungsverzicht
  • Reiseversicherung inkl. Reisegepäck und Reiserücktritt: Lediglich zehn Prozent bieten einen Online-Abschluss an. 20 Prozent davon vertreiben ihr Produkt ohne Beratung und verlangen einen Beratungsverzicht

Ebenfalls untersucht wurden auch Vergleichsportale: Laut Studie bieten diese neben dem Vergleich von Versicherungen auch die direkte Online-Buchung an. Ein Beratungsverzicht wird demnach zwar in keinem der untersuchten Portale verlangt. Allerdings: In vier von zehn Fällen erfolgt dennoch keinerlei Beratung der Kunden.

"Verbraucher werden im Fernabsatzgeschäft von Versicherungen noch nicht ausreichend geschützt. Die EU hat hierfür die Insurance Distribution Directive (IDD) aufgesetzt, in der Versicherungen dazu angehalten werden, im bestmöglichen Interesse der Kunden zu handeln. Diese Richtlinien erfüllen bislang nur wenige deutsche Versicherer", kommentiert Tim Braasch, Leiter der Studie und Geschäftsführender Gesellschafter von 67rockwell, die Ergebnisse. Mit weitreichenden Konsequenzen: "Es ist ausgesprochen bedenklich, dass es trotz erheblicher Investitionen in die Digitalisierung nur wenige deutsche Versicherer schaffen, ihren Kunden online eine vollständige und rechtskonforme Antragsstrecke bis zum Produktabschluss anzubieten. Versicherer und Vermittler sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie sich unter Umständen serienmäßige Probleme ins Haus holen", so Braasch.
Online-Versicherer · Beratung
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