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Politik & Regulierung

Bafin: PKV-Beitragserhöhungen und Run-off-Pläne der Lebensversicherer sorgen für mehr Beschwerden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Verbraucherbeschwerden registriert. Demnach haben sich die Bankkunden 2018 mit insgesamt 5.791 Anfragen und Beschwerden (Vorjahr: 5.587) an die Finanzaufseher gewandt. Besonders viele Verbraucherbeschwerden gab es im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften: So stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf 676. Die Anfragen und Beschwerden zu Versicherungssachverhalten stieg laut Bafin auf 8.097 (Vorjahr: 7.367). Dabei ging es häufig um Beitragserhöhungen in der PKV, Tarifänderungen bei der Kfz-Versicherungen oder die Run-off-Pläne der Lebensversicherer.
Blickt man auf die einzelnen Sparten, liegt die Lebensversicherung mit 1.869 Beschwerden (2017: 1.825) an der Spitze. Knapp dahinter folgen laut Bafin die Kraftfahrtversicherungen mit 1.734 Beschwerden (2017: 1.508) sowie die Krankenversicherungen mit 1.653 Beschwerden (2017: 1.433).
Beschwerdestatistik der Bafin zu Versicherern
Beschwerdestatistik der Bafin zu VersicherernQuelle: Bafin

Einen gegenläufigen Trend verzeichnete indes der Versicherungsombudsmann in Berlin. Laut aktuellem Tätigkeitsbericht für 2018 ging die Zahl der Beschwerden auf 18.218 (2017: 19.754) zurück. 4.233 Beschwerden wurden allerdings als unzulässig abgelehnt. Häufigster Grund dafür war der fehlende versicherungsvertragliche Anspruch (1.068) sowie  die fehlende Weiterverfolgung durch den Beschwerdeführer (1.047). In rund 60 Prozent der Fälle sprach der Versicherungsombudsmann eine Entscheidung oder Empfehlung aus. Ein knappes Drittel der zulässigen Eingaben wurde durch Abhilfe oder Vergleich beendet. Rund jede zwölfte Reklamation wurde durch den Beschwerdeführer zurückgenommen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer für zulässige Reklamationen lag 2018 bei rund 80 Tagen (2017: 88 Tage).

 

Deutlicher Spitzenreiter ist dabei die Rechtsschutzversicherung mit insgesamt 4.133 Anträgen, dicht gefolgt von der Lebensversicherung (3.533). Dahinter folgen mit deutlichem Abstand die Kfz-Haftpflicht mit (1.684), die Gebäudeversicherung (1.631) und die Kfz-Kaskoversicherung (1.208). 2017 hatte Versicherungsombudsmann Günter Hirsch noch die BGH-Rechtsprechung zum unbefristeten Widerspruchsrecht in der Lebensversicherung und die VW-Abgas-Affäre für die schlechte Entwicklung der Rechtsschutzversicherung genannt. Dies dürfte sich auch im letzten Jahr eine entsprechende Rolle gespielt haben.

 

283 Beschwerden richteten sich dabei gegen Vermittler (2017: 297). Davon waren indes nur 200 zulässig. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) zeigte sich mit den Zahlen dennoch zufrieden: "Eindrucksvoll belegt die äußerst geringe Beschwerdezahl dieser anerkannten Schlichtungsstelle, dass die Mehrzahl der Versicherungskunden mit uns zufrieden ist und wir Versicherungsvermittler auf einem sehr guten Wege sind. Und dies trotz der zusätzlichen neuen Belastungen und Pflichten durch die Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie im letzten Jahr. Damit wird auch das immerzu kolportierte schlechte Image der Vermittler konterkariert", konstatiert BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Mehr Beschwerden beim PKV-Ombudsmann

Über mangelnde Arbeit konnte sich 2018 auch PKV-Ombundsmann Heinz Lanfermann nicht beschweren. Insgesamt gingen im letzten Jahr 7.348 Anträge bei der Schlichtungsstelle eingegangen. Dies waren 9,5 Prozent mehr als 2017 (6.708). Davon wurden 885 Anträge abgelehnt. Hauptgrund dafür war die fehlende Zuständigkeit. Von den angenommenen Beschwerden entfielen 83,5 Prozent auf die Vollversicherung, 7,1 Prozent auf die Zusatzversicherung und 4,1 Prozent auf das Krankentagegeld. Die Pflegepflichtversicherung spielte mit 2,6 Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Zudem wurden 4.099 Schlichtungsanträge im Jahr 2018 erfolgreich abgeschlossen (2017: 4.125). Allerdings war nur in 26,5 Prozent der zulässigen Beschwerden eine Schlichtung möglich.
Allein in der Vollversicherung gingen im letzten Jahr insgesamt 1.504 Beschwerden gegen Beitragserhöhungen beim PKV-Ombudsmann ein. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 836 Beschwerdefällen ging es demnach um die medizinische Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen, 698 Beschwerden drehten sich um Gebührenstreitigkeiten und 564 Fälle um die Vertragsauslegung.
BaFin · Versicherungsombudsmann · Beschwerden
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