Allianz-Vorstand Jörg Hipp
Allianz-Vorstand Jörg HippQuelle: Monika Lier
Unternehmen & Management

Allianz will verstärkt in die Autohäuser

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Allianz will für Autohäuser wieder interessanter werden und verloren gegangene Marktanteile zurückholen. Vereinfachungen im Vertrieb, ein innovatives Pricing und mehr Services sollen dazu führen, dass die Allianz wieder stärker in das Ökosystem ihrer Partner integriert wird. "Wir sind bei der Umsetzung, und ich bin sicher, dass wir in nächsten zwölf Monaten das ein oder andere Tolle zu verkünden haben werden", sagte Jörg Hipp, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG, auf der 16. Business Forum 21- Jahrestagung "Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus".

"Unsere Herstellerversicherungen sind bisher normale Versicherungen. Jetzt differenzieren wir unser Angebot. Damit kann sich dann auch der Autoverkäufer vom Markt abheben", ergänzt Hipp. Der Versicherungsverkauf über die Autohäuser ging branchenweit von 2011 bis 2017 um 21 Prozent auf 3,3 Prozent zurück. Der Marktanteil der Allianz, die in diesem Geschäft überproportional stark vertreten ist, bröckelte in dieser Zeit von 2,4 auf 2,1 Prozent. Bislang kooperiert die Allianz ausschließlich mit herstellergebundenen Autohäusern. "Doch auch der Mehrmarkenhandel ist ein echtes Thema", sagte Hipp. Dass die Allianz im Autohaus nicht stärker zum Zuge kommt, wo Hipp doch zugleich auch Chef der Volkswagen Autoversicherung AG ist, begründete er unter anderem mit "hausgemachten Probleme" und "Kernprozessen, die nicht stabil gelaufen" wären.

Da sich die Kunden erfahrungsgemäß nicht für den Inhalt der Deckung interessierten, gelte es die Policen so einfach wie möglich zu gestalten, „aber auch so stark wie möglich“. Der Kunde müsse sich darauf verlassen können, dass er eine "anständige Deckung" von der Allianz bekomme. "Wir werden die nickligen Fallstricke herausnehmen." Ziel sei es, dass der Kunde mit dem Mail des Autohauses, das ihn über das von ihm konfigurierte Auto informiere, auch direkt die Autoversicherung abschließe. Änderungen kündigte Hipp auch für das Pricing an. Mit Ausnahme der seriell verbauten Notbremssysteme würden Assistenzsysteme bislang nicht berücksichtigt. Als Beispiel für Rabatte nannte Hipp die Park- und Manövrierassistenten, die auch selbstständig bremsten. Ein solches System könne im Verkaufsgespräch eine positive Verbindung von Produkt und Versicherung herstellen.

Da man sich nicht über die Inhalte der Deckung differenzieren könne, wolle man die zunehmen über Services – und dies wie etwa im Bereich von Unfall- und Pannenhilfe dank der Vernetzung. Hipp sprach zudem von situativem Versicherungsschutz, bei dem die Allianz in Form von Push-Nachrichten (beispielsweise bei Erreichen bestimmter Regionen) von sich aus aktiv wird. Geplant sei auch ein Echtzeitfeedback zur Vermeidung von Risikosituationen.
Allianz Versicherungs AG · Jörg Hipp