Iván de la Sota
Iván de la SotaQuelle: Allianz
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Allianz-Vorstand de la Sota: "Das neue Konzept heißt schlicht Einfachheit"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Allianz soll nach dem Willen ihres Konzernchefs bekanntlich digitaler und effizienter werden. "Ja, es ist richtig, dass wir noch etwas schneller werden müssen. Wir wollen den digitalen Umbruch in diesem Jahr im Konzern entschieden beschleunigen. Bisher haben wir die Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es darum, die Digitalisierung in die Tiefe voranzutreiben", betont Allianz-Vorstand Iván de la Sota gegenüber dem Handelsblatt. Wie dies in Zukunft aussehen könnte, erläutert er am Beispiel des konzerneigenen Online-Versicherers Allianz Direct, der ab Ende 2019 zunächst Kfz-Versicherungen anbieten soll.
"Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir werden Ende 2019 mit Kfz-Policen zunächst in den vier europäischen Ländern Deutschland, Niederlande, Italien und Spanien starten. Weitere Länder und weitere Produkte werden jedoch im Laufe der Zeit folgen. Langfristig soll er auch über den Kontinent hinaus expandieren. Aber wir machen einen Schritt nach dem anderen. Das kleine Team, das ihn aufbaut, sitzt in München bei unserem Digital Lab am Ostbahnhof. Wir haben jedoch den Plan verworfen, einen paneuropäischen Risikoträger für den Direktversicherer aufzubauen, weil das kaum große Vorteile gebracht hätte", konstatiert der Allianz-Manager. Dabei habe man "verstanden, dass die Bedürfnisse der Kunden zunehmend global sind. Wir haben gelernt, wie der Kunde tickt und wir haben den großen Schritt gemacht, den Mikrokosmos für dieses Projekt zu schaffen. Wir wollen nun die Kunden auch im Internet an den Konzern binden, weshalb wir jetzt auch den Namen Allianz für den Direktversicherer nutzen."
Zudem werde man "die gleichen Produkte in den unterschiedlichsten Ländern vertreiben und hoch effiziente, kundengerechte Prozesse haben, die disruptiv wirken. Diese Prozesse und die neuen Plattformen des Direktversicherers werden auch unser Kerngeschäft verbessern. Insgesamt wird unsere neue Produktphilosophie übergreifend wirken, unabhängig vom jeweiligen Vertriebskanal. Die Produkte werden ein ganz anderes Design haben. Wir werden deutlich umfangreichere Deckungen und weniger Ausschlussklauseln anbieten. Wir haben die Kunden gefragt, was Sie am meisten an Versicherungen stört – und bei den Antworten wird der Preis immer genannt, Komplexität auch, aber ganz wichtig waren unbezahlte Schäden. Wir werden darum künftig die Deckungen deutlich ausweiten – und wir werden klar sagen, was in der Police nicht enthalten ist."
Einen mögliche Kannibalisierung mit den eigenen Vermittlern sieht de la Sota durch die Digitalpläne indes nicht. "Wir haben unsere ersten Tests gemacht und festgestellt, dass es praktisch keine Kannibalisierung zwischen den neuen Produkten und dem bestehenden Vertrieb gibt. Unser Projekt ist außerdem ausgewogen. Wir stellen den Agenten die gesamte Digitalisierung und Technologie zur Verfügung. Unsere Vertreter sind Unternehmer – und solche Leute haben einen besonderen Instinkt, auch die Chancen zu sehen und Schritte nach vorne zu machen." Äußern wollte sich der Allianz-Manager indes nicht zur Frage, ob durch den neuen Kurs zu möglichen Stellenstreichungen führen werde: " Die Digitalisierung führt dazu, dass die Produktivität steigt und wir konkurrenzfähiger werden. Das soll teilweise natürlich an die Kunden weitergegeben werden. Aber es soll auch zu Wachstum führen, das auch neue Stellen schaffen wird. Wir hoffen, dass wir so erfolgreich sind, dass wir die Stellenzahl im Konzern in der Balance halten können."
Das digitale Konzept für die Zukunft scheint jedenfalls klar: "Das neue Konzept heißt schlicht Einfachheit. Noch sind unsere Produkte viel zu kompliziert. Das wird sich ändern. Wir wollen künftig eine gemeinsame digitale Basis bauen, um die Vorteile zu heben, die in diesem riesigen Konzern liegen. Künftig werden wir deutlich weniger Produkte haben, die viel ähnlicher aussehen, ähnliche Funktionalitäten haben – und letztlich werden unsere Gesellschaften auf einer gemeinsamen IT-Plattform laufen."
Iván de la Sota · Allianz
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