Noch bleibt den Versicherern Zeit, sich auf das Kommende vorzubereiten
Noch bleibt den Versicherern Zeit, sich auf das Kommende vorzubereitenQuelle: Andreas Hermsdorf / www.pixelio.de / PIXELIO
Unternehmen & Management

EY: "Etwas Disruptives ist bei den Insurtechs heute noch nicht feststellbar"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Gute Nachrichten für die deutschen Versicherer: In den kommenden fünf Jahren ist noch nicht mit massiven Veränderungen der heutigen Vertriebslandschaft zu rechnen, glaubt die Managementberatung EY. Das größte Plus der Versicherer sei sein Vertrieb.

Dank ihrer Stärke an der Schnittstelle zum Kunden behauptet sich die klassische Versicherungsindustrie bislang erfolgreich gegen Versuche von Startups und anderer neuer Marktteilnehmer. Der Verlust relevanter Marktanteile sei nicht festzustellen, schreibt EY. Der Vorsprung der Etablierten resultiere insbesondere aus über Jahrzehnte hinweg aufgebauten Beziehungen zu den Kunden und einer hohen Vertriebskraft. Zudem sei das Vertrauen der Kunden zu den Vermittlern eines der wichtigsten Assets. Die klassische Industrie profitiert auch davon, dass es sich bei Versicherungsprodukten um "low interest"-Produkte handelt, die durch personelle Vertriebswege wie Ausschließlichkeitsorganisationen, Makler, Mehrfachagenten oder Banken "verkauft werden müssen".

 

Die digitalen Geschäftsmodell würden dagegen mit hohen Kundenakquisitionskosten kämpfen. Viele Insurtechs setzen darauf, den Kundennutzen besser zu adressieren als die klassische Industrie. Sie kreieren hierzu teils durchaus innovative, oftmals aber stark situative Produkte innerhalb bestimmter Nischen, schreibt EY. Ein Beispiel hierfür sei Coya mit der Pünktlichkeitsversicherung des Autozugs Sylt. Etwas Disruptives ist bei den Insurtechs heute noch nicht feststellbar.

 

Das bedeutet nicht, dass den Versicherern keine Gefahr droht. Die Branche dürfe sich "keinesfalls auf ihrer heutigen Positionierung ausruhen", da sich das Kundenverhalte verändere. Im Anschluss wird es sehr allgemein, wenn es heißt, dass es beim Erfolg des künftigen Vertriebsmodells darum gehe, persönliche Beziehungen und digitale Techniken zu verzahnen.  Neue Technologien und Methoden müssen effektiv eingebunden werden und Daten besser ausgewertet werden, schreibt EY. Wer hätte es gedacht.

 

Das Schreckgespenst Amazon

 

Wenn es nicht die Insurtechs sind, dann werden der Verkaufsgigant Amazon und das chinesische Unternehmen Ping An regelmäßig als Versicherungsschreck angeführt, auch bei EY ist das so.  Den Deutschen brauche aber trotz der Riesen nicht bange zu sein, denn noch "schützen die Eigenheiten des nationalen Marktes und ihr guter Kundenzugang die hiesigen Anbieter". In den kommenden fünf Jahren sei daher mit massiven Veränderungen der heutigen Vertriebslandschaft nicht zu rechnen.

 

Jetzt wird es wieder allgemein: Die deutschen Versicherer sollten ihre heutigen Vorteile an der Kundenschnittstelle nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, sondern intensiv daran arbeiten, sie systematisch auszubauen.

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