Torsten Leue
Torsten LeueQuelle: Talanx
Unternehmen & Management

Talanx-Chef Leue: "Wir müssen agiler werden, um mehr Gewinn zu erzielen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seit Mai 2018 sitzt Torsten Leue auf dem Chefsessel der Talanx. Nun kann der frühere Finanzchef des Hannoveraner Versicherungskonzerns erste Erfolgsmeldungen vorweisen. Ersten Geschäftszahlen zufolge legte Talanx im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 sowohl beim Gewinn als auch den Prämieneinnahmen zu. Allerdings zeigt sich der Talanx-CEO beim Thema Übernahmen eher zurückhaltend.

Wie der Versicherungskonzern am Donnerstag mitteilte, liegt der Konzerngewinn im Jahr 2018 bei rund 703 Mio. Euro (2017: 670 Mio.). Dies entspricht einem Plus von 4,9 Prozent. Bei den gebuchten Bruttoprämien legte die Talanx im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent auf 34,9 Mrd. Euro zu. Die Dividende soll mindestens auf Vorjahreshöhe von 1,40 Euro je Aktie gewährleistet werden. Erste Fortschritte scheint es nach Aussage der Talanx auch bei der defizitären Feuerversicherung zu geben. "Wir sind weiter als gedacht. Bis heute haben wir schon 87 Prozent der geplanten Preiserhöhungen durchgesetzt, was sicherlich ein gutes Zwischenergebnis darstellt - aber eben auch nicht mehr", konstatiert Leue gegenüber dem Handelsblatt. Im Zuge des konzerneigenen Programms 20/20/20 soll die kombinierte Schaden-/Kostenquote in den belasteten 20 Prozent des Industrieportfolios bis 2020 um mindestens 20 Prozentpunkte gesenkt werden.

Dabei gibt sich Leue indes bei den Zielmarken für die kommenden Jahre durchaus ambitioniert. "Das Jahr war ereignisreich. Wir haben uns neue, ambitionierte Ziele gegeben und unsere Strategie überarbeitet. Wir wollen unser Konzernergebnis bis 2022 gemessen am Gewinn pro Aktie jedes Jahr um durchschnittlich mindestens fünf Prozent steigern. Zugleich wollen wir jedes Jahr eine erhöhte Eigenkapitalrendite von 800 Basispunkten über dem risikofreien Zins erreichen. Zudem haben wir eine kulturelle Weiterentwicklung eingeleitet, die bisher recht vielversprechend verläuft."
Dabei dürften sich die eigenen Mitarbeiter auf nichts weniger als einen deutlichen Kulturwandel im Unternehmen einstellen: "Wir möchten die Talanx kulturell weiterentwickeln und unsere Stärken ausbauen. Wir sind sehr dezentral und damit unternehmerisch aufgestellt, atmen aber trotz unserer Größe als Konzern mit rund 22.000 Mitarbeitern den Geist des Mittelstands. Unsere Kultur ist durch Kostenführerschaft geprägt, was sich bereits in drei von vier Geschäftsfeldern widerspiegelt. Wir erhöhen die Profitabilitätsziele sogar noch, indem sich die Geschäftsbereiche noch stärker fokussieren und wir unser Kapitalmanagement effizienter durchführen", betont der Talanx-Chef im Handelsblatt-Interview. Dies bedeute konkret: "Wir müssen agiler werden - eine lernende Organisation, die den Kunden in den Fokus stellt, um mehr Gewinn zu erzielen. Am Ende sollen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit viel Spaß zur Arbeit gehen, was sich automatisch positiv auf unsere Kunden auswirken wird."
Die Zielrichtung für 2019 ist jedenfalls klar: Ein Gewinn von rund 900 Mio. Euro. "Wir stehen zu unserer Prognose und rütteln nicht daran", so Leue. Übernahmen und Zukäufe im großen Stil scheinen für die Talanx allerdings derzeit keine große Rolle zu spielen: "Wir haben ungefähr fünf Milliarden Euro, die wir für eine potenzielle Übernahme einsetzen könnten, ohne unseren Großaktionär, den HDI V. a. G., zu verwässern. Ich würde den Gesamtbetrag aber eher nicht auf eine Karte setzen", betont Leue. 
Talanx · Torsten Leue
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