Presseinformation der Signal Iduna, einem Sieger der Studie
Presseinformation der Signal Iduna, einem Sieger der StudieQuelle: Signal Iduna
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Schlechte Pressemitteilungen der Versicherer: "Innovativ", "vom Kunden her denken", "in einem herausfordernden Marktumfeld"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In der Redaktion von VWheute trudeln jede Woche hunderte Pressemitteilungen ein. Einige sind professionell, über andere decken wir aus Pietät lieber den Mantel des Schweigens. Communication Lab und das Netzwerk AMC haben die Pressemitteilungen der Versicherer nun mittels Studie auf verständliche Sprache untersucht. Das Ergebnis ist nicht schmeichelhaft, aber es wurden auch verdiente Sieger gekürt.

Es ist nicht so einfach, viele komplexe Informationen in einen im besten Fall einseitigen Text zu packen. Notwendig ist es allerdings, denn eine gute Kommunikation ist für den Erfolg eines Unternehmens wesentlich. Viele Versicherer scheitern bereits an dieser Hürde und senden mehrseitige Pressemitteilungen zu reichlich banalen Themen. Beinhaltet diese dann noch unverständliche Sprache, legt der Leser das Machwerk nach zehn Sätzen zur Seite, vergisst es und fasst es nie wieder an.

 

Ein weit verbreiteter Irrtum vieler Schreiber ist auch, dass der Name des eigenen Unternehmens zwingend in jedem Satz erscheinen muss, natürlich in Majuskel und kursiv. Lustig sind auch manche Überhöhungen in den Schriftsätzen, das eigene Unternehmen wird als "Wiege der Innovation" bezeichnet oder das pathetische Symbol vom "Identifikationsanker" bemüht.

 

Das beliebteste Wort in Pressemitteilungen ist allerdings zweifelsfrei "Innovation" – meist in Verbindung mit der Phrase "vom Kunden her denken".  Ebenso wird bei Jahreszahl-Mitteilungen und Wachstum im (sehr) niedrigen Prozentbereich das "herausfordernde Marktumfeld" herausgestellt und betont, dass das eigene Wachstum "über dem Marktdurchschnitt" liege.

 

"Schwer verständlich"

 

Communication Lab und das Netzwerk AMC haben einen weniger praxisorientierten, und objektiveren, Ansatz gewählt, um die Sprache der Pressemitteilungen zu untersuchen. In der Studie wurden Texte der Versicherer aus den Themenbereichen Bereiche Digitalisierung, Geschäftsergebnisse, betriebliche Veränderungen und Produkte berücksichtigt. Insgesamt wurden 98 Pressemitteilungen von 33 Versicherungsunternehmen mittels der Software Textlab untersucht. Die Verständlichkeit der Pressemitteilungen wurde dabei anhand des Hohenheimer Verständlichkeits-Index ermittelt. Zudem wurden verschiedene für die Verständlichkeit relevante Einzelmerkmale untersucht, beispielsweise Satzlängen, Wortkomplexität und die Verwendung von Passiv- und Nominalstil.

 

Insgesamt schnitten die Versicherer nicht gut ab. Im Vergleich zu anderen Versicherungstexten liegen die Pressemitteilungen eher im unteren Bewertungsbereich, schreibt AMC. Unter formalen Gesichtspunkten seien sie insgesamt als schwer bis sehr schwer verständlich einzustufen.

 

Trotz der Schelte gab es natürlich auch Sieger, diese waren Ergo, Hallesche, Helvetia, Inter, LV 1871, Signal Iduna, Volkswohl Bund, und W&W.

 

Die Studie können Sie HIER über die Webseite von AMC beziehen.

Medienkommunikation · Signal Iduna · AMC · Schmerzensgeld
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