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Hannover Rück hat trotz Mrd.-Gewinn weiter Risikoappetit

Von Claudia Schmidt-WehrmannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Hannover Rückversicherung SE hat im Geschäftsjahr 2018 den bereits für das Vorjahr eingeplanten Milliarden-Gewinn erzielt. Wie der scheidende Vorstandschef Ulrich Wallin bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der Vertragserneuerung zum Jahresanfang mitteilte, erreichte der Konzerngewinn nach vorläufigen Zahlen trotz wieder erheblicher Großschäden 1,05 Mrd. Euro.

Im Jahr davor, das weltweit die teuersten Naturkatastrophen der Geschichte bescherte, war das Konzernergebnis kräftig gedrückt worden und nur durch den Verkauf des gesamten Aktienpaketes mit 959 Millionen Euro nahe der Milliardengrenze gehalten worden. Dadurch blieb auch die Ausschüttung mit 5 Euro stabil. Für 2018 stellte Wallin den Aktionären "mindestens" wieder 5 Euro in Aussicht. 

 

Kräftig ausgeweitet hat die Hannover Rück 2018 das Geschäft. Die Bruttobeiträge wuchsen währungsbereinigt um rund 11 Prozent auf etwa 19 Mrd. Euro. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch die Schaden-Rückversicherung, aber auch die Personensparte steuerte dazu bei. Letztere konnte zudem mehr Gewinn als im Vorjahr abliefern, weil sich die Belastungen im US-Mortalitätsgeschäft deutlich verringert haben. 

 

Steigendes Prämienvolumen und Nordamerika als Thema

 

Mit der jüngsten Erneuerungsrunde, bei der rund 66 Prozent des Schaden-Rück-Geschäfts neu verhandelt wurden, konnte das Prämienvolumen laut Wallin bei leicht verbesserten Konditionen um erfreuliche 15,4 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro gesteigert werden. Insgesamt erhöhten sich die Preise im Schnitt um etwa ein Prozent wie beispielsweise im Geschäft mit den Erstversicherern Allianz und Axa. In erneut schadenbetroffenen Programmen gingen die Ratenerhöhungen teilweise aber wieder in den zweistelligen Bereich.

 

Zwar waren die Konditionen besser als vor einem Jahr, aber sie erreichten laut Wallin noch nicht das Niveau von 2015. Die Nachfrage von bestehenden, aber auch von neuen Kunden war solide. Anders als noch vor einem Jahr stellte Wallin ein verhalteneres Agieren alternativer Kapitalgeber wie Fonds fest. Der Vorstand erwartet, dass bei den weiteren Erneuerungsrunden im laufenden Jahr die Prämien noch stärker anziehen werden.

 

Im Nordamerikageschäft erreichte der viertgrößte Rückversicherer der Welt eine Steigerung des Prämienvolumens um 21,5 Prozent, im asiatisch-pazifischen Raum sogar von 28,9 Prozent. In Kontinentaleuropa betrug der Zuwachs 15,1 Prozent, wobei in Deutschland die Tochter E+S ein Plus von 20 Prozent verbuchte und damit ihre führende Stellung halten und teilweise auch ausbauen konnte.  Die Sanierungsbemühungen der Erstversicherer in der Feuer- und Industrieversicherung werden wie es heißt am Markt erkennbar und verbesserten die Ertragsaussichten der Rückversicherer. Rückläufig war das Geschäft mit Transportrückversicherungen. 

 

Für 2019 sieht Wallin gute Chancen für ein profitables Wachstum. "Wir haben eine solide Grundlage geschaffen, die Ziele des Geschäftsjahres 2019 zu erreichen." Wie bekannt soll der Jahresüberschuss in der Größenordnung von 1,1 Mrd. Euro liegen. Bei den Bruttoprämien ist ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich eingeplant. Erstmals seit drei Jahren wurde das Großschadenbudget aufgestockt und zwar von 825 auf 875 Mio. Euro. Damit trägt die Hannover Rück dem größeren Geschäftsvolumen Rechnung. "Der Risikoappetit bliebt unverändert", betonte Wallin.

Hannover Re · Rückversicherungen · Geschäftszahlen 2018
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