Edinburgh, Sitz von Standard Life
Edinburgh, Sitz von Standard LifeQuelle: Raphael Reischuk / www.pixelio.de / PIXELIO
Märkte & Vertrieb

Erneute Schelte für Standard Life

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Vorwurf ist nicht neu, der Absender sehr wohl. Erneut muss sich Standard Life im Zuge des Brexits Vorwürfe für seine Unternehmenspolitik anhören. Das Unternehmen hatte seine LV-Verträge zu einer irischen Tochter verlegt. Laut Verbraucherschützern sind die Kunden verunsichert.

Das Standard Life sich Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Brexit und ihrer Unternehmenspolitik ausgesetzt sieht, ist nicht neu. Blau-Direkt-Chef Oliver Pradetto erklärte im November des letzten Jahres, dass die Kunden des Versicherers durch die Verlagerung der Lebensversicherungsverträgen benachteiligt würden, das Sicherungsprinzip der Lebensversicherung werde "ad absurdum geführt."

 

Ähnlich klingen die Vorwürfe der Verbraucherzentrale Hamburg, die schreibt: "Der bevorstehende Brexit verunsichert viele Kunden des Lebensversicherers Standard Life. Dieser hatte einen Umzug von Schottland nach Irland angekündigt, wodurch Versicherte den Insolvenzschutz durch den britischen Entschädigungsfonds verlieren werden." Den geplagten Kunden werden extra Beratungsstunden unter dem Verbraucherschutzdach geboten, Standard Life sollte sich keine großen Hoffnungen machen, dass die Beratung pro Versicherer ausfallen wird. Die Hamburger raten Kunden in der Pressemitteilung "generell dazu, ihre Verträge auch unabhängig vom Brexit einer wirtschaftlichen Prüfung zu unterziehen".

 

Standard Life antwortet

 

Der britische Versicherer mit Sitz in Edinburgh wies die Vorwürfe gegen seine Praktik bereits im November von sich: "Unsere Kunden werden durch aufsichtsrechtliche Vorschriften zum Insolvenzschutz auch nach der Übertragung des Geschäfts auf die Standard Life International DAC geschützt. Diese Vorschriften beruhen auf einer EU-Richtlinie, die insoweit mit den in Deutschland geltenden Vorschriften vergleichbar ist. Danach werden die Ansprüche der Kunden aus Lebensversicherungen im Umfang eines sogenannten Sicherungsvermögens geschützt."