Mustang Bullitt Media Drive 2018
Mustang Bullitt Media Drive 2018Quelle: Mustang
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Sind risikofreudige AutofahrerInnen höher versichert?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Autofahrer wählen ihren KFZ-Versicherungsvertrag unabhängig von ihrem Fahrverhalten und der eigenen Risikobereitschaft. Weiterhin ist die Anzahl der Fahrten für das Unfallrisiko entscheidender als die Gesamtfahrleistung, zeigt eine Studie. Für die Versicherer ergeben sich daraus Konsequenzen.

Häufiges Fahren erhöht das Unfallrisiko, das klingt logisch. So klar ist das allerdings nicht, denn es kommt auch darauf an, wie viele Fahrten die Gesamtstrecke ausmachen. Wer mit mehreren Fahrten dieselbe Distanz zurücklegt, setzt sich einem höheren Unfallrisiko aus. "Jede einzelne Fahrt zeichnet sich durch einen Anfang und ein Ende aus. In diesen beiden Phasen einer Fahrt beschäftigen wir uns gleichzeitig mit mehreren Dingen und sind somit weniger auf das Fahren konzentriert. Wir passen den Rückspiegel und den Sitz an, wir bedienen das Navigationsgerät, wir bringen das Auto in den Verkehrsfluss, wir suchen einen Parkplatz und sind gedanklich schon beim Zweck der Autofahrt", erklärt der Studienautor Professor Alexander Mürmann, Wirtschaftsuniversität Wien, die Ergebnisse der Studie.

 

Ein weiteres Ergebnis der Studie sollte Versicherer aufhorchen lassen. Autofahrerinnen und Autofahrer wählen ihren Versicherungsvertrag unabhängig von ihrem Fahrverhalten und der eigenen Risikobereitschaft. "Eine Erklärung ist, dass wir uns im Hinblick auf nicht-finanzielle und finanzielle Risiken sehr unterschiedlich verhalten. Das heißt, wenn ich vorsichtig fahre, um Unfälle zu vermeiden, bedeutet das nicht automatisch, dass ich mich hoch versichere, um finanzielle Verluste zu vermeiden - und umgekehrt", erklärt Mürmann das Verhalten.

 

Empfehlungen vom Professor

 

Für die Versicherer hat das Konsequenzen. "Unsere Studie zeigt das Potenzial zunehmender Datengewinnung durch Digitalisierung zum Vorteil aller Beteiligten auf. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten sich am Anfang und am Ende jeder Fahrt auf das Autofahren konzentrieren, um ihr Unfallrisiko zu reduzieren. Versicherungen sollten sie dahingehend beraten und Anreize setzen, indem sie individualisierter tarifieren."

 

Zur Studie (vom Autor)

 

Im Rahmen der Studie untersuchten die StudienautorInnen detaillierte GPS Daten von versicherten Autos und die zugehörigen Versicherungsdaten über Tarifierungsmerkmale und Schadensfälle. Mithilfe der GPS Daten konnten dann Fahrprofile basierend auf Geschwindigkeitsüberschreitungen, gefahrene Distanz und Anzahl der Autofahrten erstellt werden. Um festzustellen, ob riskanteres Fahren ein höheres Unfallrisiko und eine höhere Wahl in der Versicherungsdeckung impliziert, mussten die StudienautorInnen zudem berücksichtigen, dass Ursache und Wirkung auch gegenläufig sein können, das heißt: höher versicherte Personen fahren möglicherweise riskanter, weil sie eben gut versichert sind. Hierfür nutzen die WissenschaftlerInnen Daten über lokale Wetterbedingungen und bezogen in ihrer Analyse mit ein, wie die Fahrerinnen und Fahrer auf unterschiedliche Wetterbedingungen in ihrem Fahrverhalten reagierten, nachdem sie ihren Versicherungsvertrag gewählt hatten.

 

Link zur Studie