VWheute empfiehlt: Ein Bierglas gehört auf den Tisch.
VWheute empfiehlt: Ein Bierglas gehört auf den Tisch.Quelle: Adka Schöne  / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Zahlt die Haftpflicht bei Schlag mit Bierglas?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn ein Mann einem anderen ein Bierglas vorsätzlich an den Kopf schleudert, ist das ein klarer Haftpflichtfall! Da sind sie anderer Meinung? Dann haben sie aber noch nicht mit einem kampfeslustigen Coburger und dessen Anwalt gesprochen.

Der Wurfgewaltige begab sich am christlichen Feiertag Christ Himmelfahrt auf eine Wanderung. Während er kräftigen ausschritt, geriet er mit einem anderen Mann in eine Auseinandersetzung, er griff zum Bierglas und beförderte selbiges in das Gesicht des nunmehr Gepeinigten. Eine Schnittwunde war die erste, Prozesse die zweite Folge, wie die Neue Presse meldete.

 

Der Mann mit dem lockeren Wurfarm war bei der Tat wohl stark alkoholisiert, das förderten Straf- und Zivilprozess zu Tage. Er wurde sowohl strafrechtlich wie auch zivilrechtlich verurteilt und musste Schadenersatz und Abbitte leisten.

 

Das hielt den Zuschläger allerdings nicht davon ab, von seiner Haftpflichtversicherung Ersatz für die ihm entstandenen Kosten zu fordern. Die Begründung einhergehend mit tollkühner Dreistigkeit ist ein Fall für das Versicherungsanekdotenmuseum.

 

Richter können lesen

 

Bei dem Streit sei dem Opfer die Brille heruntergefallen, argumentierte der Schleuderer, ihm selbst sei das Glas aus der Hand gerutscht, als er dem Aufhebenden seinen Gerstensaft ins Gesicht schütten wollte. Es läge also ein Versehen vor, der vierstellige Schaden müsse daher von der Versicherung beglichen werden.

 

Nicht vergessen, dem Haftpflichtprozess gingen ein Straf- wie auch ein Zivilprozess voraus, bei denen der nach eigenem Empfinden nahezu Unschuldige verurteilt wurde. Ist der Prozess gegen den Haftpflichtversicherer vor diesem Hintergrund taktisch klug angesetzt?

 

Überaschenderweise für den wandernden Wüterich konnten sowohl der gegnerische Anwalt wie auch das Gericht lesen. Insbesondere studierte sie die Akten der vorangegangenen Prozessakten.

Es ist also wenig verwunderlich, dass das Gericht ein Versehen ausschloss. Verletzungen, Zeugen und Tathergang zeichneten das Bild einer gezielten Attacke. Daher liegt Vorsatz vor und der Versicherer musste nicht haften.

 

Der bierglasschwingende Wandersmann hatte damit seinen Gerichtsniederlagenhattrick vervollständigt.

Rechtsstreit · Privathaftpflicht · Gericht
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